Mit Blaulicht gegen Wildunfälle

Einsatz mit Reflektoren: Thomas Klömmer, Sönke Rahn und Stefan Doose (vorne von rechts) und viele Helfer.
Einsatz mit Reflektoren: Thomas Klömmer, Sönke Rahn und Stefan Doose (vorne von rechts) und viele Helfer.

Erfder Jäger brachten an 150 Leitpfosten der Bundesstraße 202 Warnreflektoren an

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21. Juli 2018, 09:30 Uhr

Auf dem Streckenabschnitt der Bundesstraße 202 zwischen Erfde und Stapel kam es immer wieder zu gefährlichen Verkehrsunfällen mit Rehwild. Dagegen haben die Jagdreviere I und II in Erfde jetzt etwas getan.

„Der Rehwild- und auch der Rotwildbestand haben sich in den vergangenen Jahren stark erhöht, weil in Stapelholm ehemalige Wiesen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden, sich hier Bewaldung eingestellt hat und jetzt mehr Ruhe entstanden ist“, berichtet Stefan Doose, Jagdrevier-II-Leiter.

Die B 202 führt genau durch so ein Gebiet. Mit über 20 Jägern aus beiden Revieren machten sich die Männer an die Arbeit, um mit Genehmigung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr an den 150 Leitpfosten blaue Wildwarnreflektoren anzubringen. Kosten: 750 Euro. Besonders angetan von diesem ehrenamtlichen Projekt ist Erfdes Bürgermeister Thomas Klömmer. „Wir haben als Gemeinde fünfzig Prozent der Kosten übernommen.“

Die Farbe Blau kommt in der Natur vergleichsweise selten vor und signalisiert Wildtieren Gefahr. Ein Forschungsprojekt am Institut für Wildbiologie in Göttingen hat in Schleswig-Holstein an 25 Strecken Testergebnisse zusammengestellt. „Die Wildunfälle sind hier um 80 Prozent zurückgegangen“, weiß Doose.

Sich aber allein auf die Reflektoren zu verlassen, sei keine Alternative, erklären die Erfder Jäger. Wichtig sei vor allem eine angepasste Geschwindigkeit. Wenn dann tatsächlich ein Zusammenprall mit einem Wildtier droht, rät Jagdrevier-I-Leiter Sönke Rahn den Autofahrern zu folgendem Verhalten: „Abblenden, Hupen, Vollbremsung – und bloß keine unkontrollierten Ausweichmanöver, denn dadurch geschehen die meisten schweren Unfälle.“

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