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100 Jahre Hochbrücke : Mit Aussicht und Stehgeiger: Drei Gänge und 178 Stufen

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Freitag erstes Candle-Light-Dinner auf der Eisenbahnhochbrücke. In 42 Metern Höhe wird festlich gedeckt.

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2013 | 06:34 Uhr

Rendsburg | Hoch hinaus zum Drei-Gänge-Schmaus: 178 Stufen sind es bis zur Aussichtsplattform auf der Eisenbahnhochbrücke. 42 Meter liegt sie über dem Nord-Ostsee-Kanal, 35 Meter über Osterrönfeld. Seit 14 Jahren werden Führungen zu dem Ausguck angeboten. Mehr als 15 000 Besucher haben die gewaltige Wendeltreppe dorthin schon erklommen und ihre Schwindelfreiheit unter Beweis gestellt. Am Freitag jedoch kommt es zu einer Premiere, die alle anderen Aktionen an und auf der "Eisernen Lady" in den Schatten stellt: Am Abend wird das erste Hochbrücken-Dinner serviert. Nicht etwa am Fuße des Bauwerks, sondern hoch oben neben den Gleisen - sozusagen auf Augenhöhe mit Schwalben und Möwen.

Aus Anlass des 100-jährigen Geburtstags des Wahrzeichens soll es spektakuläre Bilder geben, die Rendsburg und die stählerne Jubilarin weit über die Region hinaus bekannt machen. Sieben Buchungen lagen bis Montag bei der Tourist-Information Nord-Ostsee-Kanal (Tinok) vor. Dort laufen die Fäden für das Hochbrücken-Dinner zusammen. "Darüber hinaus gab es zahlreiche Anfragen", sagte Tinok-Mitarbeiterin Susanne Tesche. Auffällig viele aus Nordrhein-Westfalen, wo in einer Zeitschrift bereits über das Projekt berichtet worden ist. Aber auch Berlin und Büdelsdorf sind in der Buchungsliste vertreten. Und wenn am Freitagabend die ersten Bilder vom gedeckten Tisch wenige Meter neben der Bahntrasse die Runde machen, erwarten die Tourismus-Verantwortlichen am Kanal einen Schwung weiterer Reservierungen.

299 Euro kostet das Candle-Light-Dinner pro Paar inklusive Hotelübernachtung, 150 Euro nur das Mahl für Zwei. Im Preis enthalten ist großer personeller Aufwand. Laut Tinok ist aus Sicherheitsgründen stets ein Hochbrückenführer mit von der Partie. Auch ein Stehgeiger ist zugegen und wird für gefühlvolle Untermalung sorgen, sofern kein vorbeifahrender Zug die klassischen Klänge übertönt.

Den härtesten Job hat die Bedienung. Falls es den "steilsten Fußweg eines Kellners" im Guinness Buch der Rekorde noch nicht geben sollte - hier ist er! Für das Catering ist Möhls Gasthof in Jevenstedt zuständig. Inhaber Thomas Puls ist am Freitag mit drei Mitarbeitern vor Ort. Zwei Köche bereiten im Küchentruck am Fundament der Brücke die Speisen zu, eine Service-Mitarbeiterin trägt sie hinauf. Nach Einschätzung von Puls wird sie etwa zwölf Mal rauf und runter gehen müssen. Macht zusammen rund 500 Höhenmeter.

Die Tafel oben besteht aus einem schweren Klapptisch aus Holz und Strandkörben. "Sie bieten den besten Windschutz", sagt Puls. Windlichter sorgen für den gewissen Hauch Romantik. Und damit diese nicht unter Äußerlichkeiten leidet, müssen alle Beteiligten lediglich während des Auf- und Abstiegs die vorgeschriebenen Bauhelme tragen - während des Dinners nicht.

Beim Menü legt Puls, der aus Mangel an Höhentauglichkeit nicht mit nach oben will, wert auf regionale Produkte. Als Hauptgang werden wahlweise Maispoulardenbrust oder gebratenes Zanderfilet mit Mandelbutter gereicht. Auch Vorspeisen und der Nachtisch liegen in doppelter Hinsicht auf gehobenem Niveau. Und eine Anspielung auf die skurrile Location darf ebenfalls nicht fehlen. Der Aperitif nennt sich "Leichtsinn".

Buchungen: Tourist-Information Nord-Ostsee-Kanal, Tel. 04331/2 11 20, E-Mail: info@tinok.de. Weitere Infos: www.rendsburger-hochbruecke.de.

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