Mit 80 Jahren noch einmal nach Australien

Mit diesen Schuhen legte Klaus Kraft die 100 Meter einst in 10,6 Sekunden zurück. 1955 wurde er damit Deutscher Juniorenmeister.
Mit diesen Schuhen legte Klaus Kraft die 100 Meter einst in 10,6 Sekunden zurück. 1955 wurde er damit Deutscher Juniorenmeister.

Unternehmer Klaus Kraft wird heute 80 Jahre alt / Reisen ist seine Leidenschaft

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23. Dezember 2014, 05:21 Uhr

Vorsichtig nimmt Klaus Kraft einen Ordner nach dem anderen aus dem Regal im Keller seines Hauses in Rendsburg. Sorgfältig sind sie mit all den Ländern beschriftet, die er in seinem Leben schon bereist hat: Polen, Ungarn, Tschechien und USA steht dort mit schwarzem Filzstift auf den Einbänden geschrieben. „Mit den IHK Junioren bin ich viel rumgekommen“, sagt er. Heute wird der gebürtige Rendsburger 80 Jahre alt. Reisen möchte er auch im hohen Alter noch – Australien und Japan stehen auf seiner Wunschliste.

Die Urlaubsordner beherbergen Flugtickets, Fotos, Broschüren, und sogar die alten Dias bewahrt Kraft noch auf. Und zu jedem Land kann er eine außergewöhnliche Geschichte erzählen. Wie zum Beispiel die von seiner USA-Reise, als er beim Besuch im Playboy-Haus in Chicago dem Ex-Boxer Mohammed Ali im Fahrstuhl begegnete und dieser ihn mit den Worten „Oh, das ist mein deutscher Freund“ begrüßte. Den Profi-Boxer hatte Kraft während seines Afrika-Aufenthalts kennen gelernt, als der studierte Druckkaufmann in den 70-ern in Kinshasa (Kongo) eine Staatsdruckerei mit aufgebaute.

Bekannt ist der 80-Jährige aber nicht nur als Druckereibesitzer (sein Großvater gründete 1901 eine Druckerei in Rendsburg Am Holstentor), sondern vor allem auch als erfolgreicher Leichtathlet. Noch heute wird er auf den Sommer 1955 angesprochen, als er die 100 Meter in nur 10,6 Sekunde zurücklegte und so Deutscher Juniorenmeister wurde. Seine Karriere als Sprinter fand allerdings ein abruptes Ende. Nach dem Meistertitel riss Krafts Achillessehne bei einem Länderkampf gegen Dänemark.

Seine Begeisterung für den Sport beschränkte sich aber nicht nur auf die Leichtathletik. Kanufahren, Rudern oder Autorennen auf dem Nürburgring mit dem argentinischen Formel-Eins-Profi Juan Manuel Fangio gehörten zu seinen sportlichen Aktivitäten.

Über das Leben von Klaus Kraft könnte man ein Buch schreiben. Nein, gleich eine ganze Buchreihe müsste es sein. Seine Reiseordner nehmen nur den einen Teil des meterlangen Regals ein, auf der linken Seite ist seine politische Arbeit dokumentiert. Kraft war 20 Jahre lang Ratsherr der CDU in Rendsburg, zwölf Jahre war er im Kreistag tätig. Protokolle, Reden, Wahlergebnisse – all das bewahrt er noch immer in seinem Keller auf. Ihm gehört ein Druck- und Verlagshaus in Schleswig, er ist Gründungsvorsitzender des Rendsburger Verkehrsvereins, 1974 rief er mit Ernst Krüger den Rendsburger Herbst ins Leben, seit 1961 ist er Mitglied bei den Wirtschaftsjunioren, 1983 gründete er den Förderkreis der IHK, er hat das Druckmuseum im Hohen Arsenal aufgebaut– die Liste seiner Aktivitäten ist lang. Wie er all das unter einen Hut bekommen hat? „Mit ganz viel Lebenslust“, sagt er. „Ich wollte immer alles vom Leben.“ Nur zu Hause rumsitzen – das ist nichts für Klaus Kraft, auch im Alter von 80 Jahren nicht. Dank seines gesunden Lebensstils hat er über keine körperlichen Leiden zu klagen. Er spielt regelmäßig Golf in St. Peter-Ording.

Für die Zukunft stehen noch zwei große Reiseziele auf seiner Wunschliste: Japan und Australien. „Meine Freunde dort warten schon auf meinem Besuch.“ Durch seine Arbeit in zahlreichen Vereinen und Organisationen hat Kraft Freunde überall auf der Welt, besonders durch den Lions-Club und Round-Table ist er gut vernetzt. Seinen Geburtstag feiert er heute nicht im großen Kreise. Schließlich sind die meisten so kurz vor Weihnachten sehr beschäftigt. Klaus Kraft freut sich aber schon auf die komemnden Feiertage, die er an der Nordsee verbringen wird.

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