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Neuer Versuch in Rendsburg : „Mister Bratwurst“ neuer Gastronom im Bullentempel

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Alv Gundlach will als Pächter der Nordmarkhalle klein anfangen. Private Interessenten können die Räumlichkeiten mieten.

shz.de von
erstellt am 07.Nov.2015 | 06:00 Uhr

Rendsburg | Neuer Anlauf mit einem altbekannten Namen: Alv Gundlach, als „Mister Bratwurst“ fest in der Region Rendsburg verwurzelter Unternehmer, ist neuer Pächter der Gastronomie in der Nordmarkhalle. Der 57-jährige Rendsburger, der im Dezember 1980 auf dem Paradeplatz seine erste Bratwurst verkaufte und inzwischen 40 bis 50 Mitarbeiter an sieben Verkaufsstellen im Großraum Rendsburg beschäftigt, hat mit der Stadt einen zunächst bis Ende 2017 befristeten Vertrag geschlossen.

„Unser Ziel ist, dass wir die anstehenden Veranstaltungen in der Nordmarkhalle gastronomisch versorgen“, sagte Gundlach gestern bei der offiziellen Vorstellung des neuen Pächters durch die Stadt. „Ziel ist aber auch, die Räumlichkeiten anders zu gestalten als bisher.“ Dabei hoffe er auf die Unterstützung der Stadt – eine freundliche Anspielung auf den gewaltigen Investitionsstau in der größten Veranstaltungsstätte Rendsburgs, die für bis zu 1700 Personen zugelassen ist. Das Sanierungsvolumen veranschlagt die Verwaltung mit rund einer Million Euro.

Bereits seit dem 20. September ist Gundlach in der Halle aktiv. Einen Verkaufstresen im Erdgeschoss hat er zu einem solide gestalteten Imbiss erweitert. Jeden Freitag, wenn der Wochenmarkt das Erdgeschoss bevölkert, wird jetzt ein Mittagstisch angeboten. Auch den Heimkunstmarkt an diesem Wochenende wollen Alv Gundlach und seine Frau Elke, die seit 1982 im Geschäft mit anpackt, mit Essen und Trinken versorgen. Pierre Gilgenast dankte dem neuen Pächter für sein Engagement: „Wir sind dankbar, jemanden gefunden zu haben, der ganz solide sein Stammgeschäft betreibt“, sagte der Bürgermeister.

Beide Parteien benutzten mehrfach den Begriff „Partner“ – wohl nicht ohne Hintersinn. Denn die jüngere Geschichte des Bullentempels war bekanntlich von Pleiten, Pech und Pannen geprägt. Der langjährige Pächter Frank Lange schied im Streit aus und liegt wegen der Rechte am Namen „Bullentempel“ mit der Stadt noch immer über Kreuz. Und Frank Langes Nachfolger, der ehemalige Tournee-Busfahrer Wolfgang Fidelak, scheiterte dieses Jahr krachend mit der Idee, der Halle durch Veranstaltungen und Konzerte in eigener Regie neuen Schwung einzuhauchen.

Auf die Frage, ob auch er als Veranstalter auftreten wolle, antwortete Alv Gundlach betont sachlich. „Wir arbeiten erst ab, was hier ansteht. Wir müssen erst wachsen“, erklärte der Selfmade-Wurstbudenmagnat vom Kanal. „Unser Vorteil ist, dass wir hiervon nicht leben müssen. Wir übernehmen die Aufgabe, weil wir gerne arbeiten.“ Er sei nicht der Planer, der sich ein festes Ziel setze, sondern jemand, der an seinen Aufgaben wachse.

An rund 100 Tagen im Jahr ist in der Nordmarkhalle Betrieb. Nach Angaben aus dem Rathaus kommen jedes Jahr gut 100  000 Besucher zu den Märkten, Börsen und Messen. Auch die Stadt werde nicht als Konzertveranstalter auftreten, betonte Andrea Loose aus dem Rathaus. Ab sofort könne die Nordmarkhalle aber für private Feiern gebucht werden. Etwa 500 Quadratmeter gastronomische Fläche plus Nebenräume stehen zur Verfügung. Wer Interesse hat, meldet sich beim Fachdienst Bildung der Stadt.

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