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Rock am See 2 : Misstöne vor dem Rock-Festival

vom

"Undogmatische Linke" kritisieren Veranstalter für geplanten Auftritt von "Grauzonen-Bands". Organisator: "Keine rechten Bands".

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 08:21 Uhr

Schacht-Audorf | Rund 3000 Besucher werden am Wochenende am Dörpsee in Schacht-Audorf erwartet. "Rock am See 2" heißt die zweitägige Veranstaltung (31. Mai/1. Juni), deren Motto Programm ist: "Wir sprechen deutsch, ehrlich und laut". Diesen Slogan hat das "Projekt undogmatische Linke" zum Anlass genommen, um gegen den Auftritt von so genannten Grauzonen-Bands zu protestieren - Gruppen, die sich zumeist unpolitisch gäben, "mit der (extrem) rechten Szene jedoch sowohl strukturell und sozial als auch inhaltlich verwoben" seien. Konkret richtet sich der Protest gegen die Gruppen "Die Bonkers", "Fahrlässig", "Kneipenterroristen" und die "Störte-Priester".

Die Kritiker räumen ein, dass es sich nicht um Neonazi-Bands handelt, die Musiker keine Faschisten sind und es in den Liedern nicht um die Verherrlichung des Nationalsozialismus geht." Sie hätten allerdings kein Problem damit, zusammen mit rechten Bands auf der Bühne zu stehen oder deren Texte zu nutzen. "Den Zuhörern wird unterschwellig oder ganz offensichtlich eine rechte Gesinnung nähergebracht", schreibt die "undogmatische Linke" in einem offenen Brief und fordert die Ausladung der genannten Bands.

"Wenn ich Hinweise darauf hätte, dass wir eine rechtsradikale Band dabei haben, würde die gleich ausgeladen. Die gibt es aber nicht", erklärte Organisator Randy Delfs, der darauf verwies, dass selbst die Kritiker "seine" Bands nicht als rechtsgerichtet bezeichnen. Das Festival distanziere sich klar von rechten Tendenzen, sagte Delfs. So finde sich auf der Homepage das Symbol mit dem Hakenkreuz im Mülleimer - und Rock am See präsentiere auch eher linksgerichtete Punkbands wie beispielsweise "Planet Emily" und "Dead Sheperd".

Verärgert reagierte Delfs darauf, dass das Motto des Festivals falsch gedeutet werde. Der Slogan "Wir sprechen deutsch" beziehe sich ausschließlich darauf, dass alle Bands deutschsprachige und keine englische Texte verwenden. "Wir besetzen damit eine erfolgversprechende Nische. Und das ist auch schon alles", erklärte Randy Delfs.

Währenddessen befanden sich gestern die Aufbauarbeiten am Dörpsee in vollem Gange. Am Nachmittag stand bereits ein Großteil der Bühne. "Das Wetter könnte besser sein", beschwerte sich Elvis Schultz, Inhaber der Firma "Elvis PA" aus Jardelund, die für den Aufbau verantwortlich zeichnet.

Rund 15 Tonnen Material und Equipment für Bühne, Licht und Tontechnik werden insgesamt an den Dörpsee transportiert. Zwei Dieselstromaggregate versorgen ausschließlich die Bühne mit Strom. Etwa fünf Kilometer Kabel, mobile Lichtmasten und etliche Toiletten, Duschen und etwa 500 Meter Bauzaun werden noch bis Freitag auf dem Gelände verteilt. Wenn es endlich losgeht, können die 3000 erwarteten Besucher ihren Durst mit rund 100 Hektolitern Bier löschen.

50 Mitarbeiter sind im Service beschäftigt und werden die "kleine Stadt" am Dörpsee zum Leben erwecken. Diese müssen fünf Getränkewagen sowie einen großen Food- und Merchandise-Stand, eine Abendkasse, die Armbandausgabe, Sicherungsposten, Hygienebereiche und den Campingplatz besetzen. Über 50 Persone, Künstler, Manager, Produzenten, Ton- und Lichttechniker, bewohnen zwei Tage lang das Veranstaltungsgelände. Wie bei allen "richtigen" Festivals wird es natürlich auch ein offizielles T-Shirt zu kaufen geben.

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