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Hohenwestedt : Missbrauch an Kindern: Mutmaßlicher Täter sitzt in U-Haft

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Der 53-Jährige soll mehrere Kinder zum Teil schwer missbraucht haben. Donnerstag wurde Haftbefehl erlassen.

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2016 | 21:37 Uhr

Hohenwestedt | Der Vorwurf wiegt schwer: Ein 53-jähriger Mann aus Hohenwestedt im Kreis Rendsburg-Eckernförde soll drei Kinder aus seinem Heimatort zum Teil schwer sexuell missbraucht haben. Festgenommen wurde er am Mittwoch, Donnerstag erließ das Amtsgericht Rendsburg den Haftbefehl. Der Mann kam in Untersuchungshaft, weil das Gericht und die Staatsanwaltschaft Kiel von Wiederholungsgefahr ausgingen. Der mutmaßliche Täter ist offenbar psychisch krank und stand bereits wegen Sexualstraftaten und Mord vor Gericht. Verurteilt wurde er nie.

Die jüngsten Taten sollen sich laut Staatsanwalt Axel Bieler in den vergangenen sechs Monaten ereignet haben. Die Kinder sind zwischen acht und zwölf Jahre alt. „Wir gehen derzeit von drei Opfern aus“, sagte Bieler. Nach Informationen des sh:z muss es erst in der vergangenen Woche zu einem Missbrauch gekommen sein. Bei einem Opfer handelt es sich offenbar um ein erst elfjähriges Mädchen.

Zu Einzelheiten, wie der mutmaßliche Täter vorgegangen ist und wo sich die Missbrauchsfälle zugetragen haben, wollte sich der Staatsanwalt am Donnerstag nicht äußern. Es handele sich um einen „bekannten Fremdtäter“, so Bieler. Das heißt, dass er weder aus dem Familienkreis noch aus dem näheren sozialen Umfeld der Kinder stammt.

Richtig sei jedoch, dass er aus der Umgebung kommt und daher zumindest vom Sehen bekannt ist. Nach derzeitigem Ermittlungsstand muss er mit seinen Opfern in Kontakt gekommen sein, indem er sie ansprach. „Er hat keine Gewalt angewendet, um sexuelle Handlungen zu vollziehen“, sagte Bieler. Die Kriminalpolizei Rendsburg hatte ihre Ermittlungen vor zwei Wochen aufgenommen, nachdem sie einen Hinweis aus der Familie eines der Opfer erhalten hatte. Am Donnerstag sind die Kinder angehört worden. Daraufhin wurde der Hohenwestedter festgenommen.

Der 53-Jährige stand bereits Ende der 1990er Jahre wegen Sexualstraftaten vor Gericht. Damals wurde das Verfahren wegen Schuldunfähigkeit eingestellt. Die Vorwürfe wogen nicht so schwer, dass der Mann in eine geschlossene Anstalt hätte eingewiesen werden können, so Bieler. 2009 wurde er angeklagt, weil er 1989 seine Freundin nahe Fockbek beim Sex erdrosselt und danach vergraben haben soll. Die Leiche wurde nie gefunden. Bereits damals galt er als schizophren, arbeitete in einer Behindertenwerkstatt. Der Angeklagte hatte die Tat der Polizei zwar gestanden, im Prozess aber widerrufen. Zum Freispruch kam es, weil ein Gutachter nachwies, dass das Geständnis nur unter psychischem Druck durch die Polizei zustande gekommen war.

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