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Miriam Schneider will die Reiterszene weiter aufmischen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Miriam Schneider feiert bei der Baltic Horse Show am Wochenende ihre Premiere. Die gebürtige Osnabrückerin will in Kiel mit „Conendra“ auch in der Halle für Furore sorgen. In der Freiluftsaison gewann das Duo die S-Springen in Borgstedtfelde und Thaden.

Seit November 2012 ist Miriam Schneider in Schleswig-Holstein zu Hause, oder besser gesagt im Sattel. Die gebürtige Osnabrückerin ist im Turnier- und Ausbildungsstall von Jörg Naeve in Ehlersdorf als Bereiterin angestellt. Und in knapp einem Jahr hat die 33-Jährige die Reiterszene im nördlichsten Bundesland kräftig aufgemischt – das vor allem im Springsattel der zehnjährigen Contendra: Siege in Springprüfungen der Klasse S säumen das Konto des Duos, das Reiten auf höchstem Niveau so spielend einfach aussehen lässt. Ob im Mai in Borgstedtfelde oder im Juli auf dem Batz, die beiden hatten die Nase vorn im Parcours. Der Höhepunkt folgte im September in Bad Segeberg mit dem Sieg der Landesmeisterschaft der Damen im Springen. Und all das, obwohl Miriam Schneider eigentlich Lehrerin ist, doch „ich habe auch während des Referendariats immer geguckt, dass ich mir genügend Freiräume für das Reiten schaffe.“

Am Wochenende steht für die Amazone eine Premiere auf dem Programm: die Baltic Horse Show in Kiel. Hier geht sie mit Contendra unter anderem beim Finale der Springsportserie „3plus1“ als eine von 25 Reitern, die sich auf drei Stationen während der Saison qualifizieren konnten, an den Start. Zweifel gibt es dabei nicht: „Ich habe generell ein positives Gefühl, wenn ich zum Turnier fahre. Ich weiß, was die Pferde können. Mit Contendra habe ich ein gutes Pferd, das versucht, keine Fehler zu machen.“ Außerdem sitzt Schneider im Sattel von Caillou, dem Vize-Champion des Bundeschampionats in Warendorf im September. Und sie ist von seinen Qualitäten überzeugt: „Ich glaube, dass es ein richtig gutes Pferd ist, das sich gut entwickeln wird. Der Start in der Halle nach der Freiluftsaison ist für ein junges Pferd schwieriger als für ein erfahrenes, aber ich hoffe, dass er auch anständige Runden zeigen wird.“

Mit zehn Jahren ist die Amazone zum Reiten gekommen. „Mein Vater hatte die Idee, meiner Mutter ein Pferd zu schenken und auf diesem habe ich Reiten gelernt. Allerdings war das dafür ungeeignet und meine Schwester und ich haben meinen Vater so lange überredet, bis er uns ein eigenes Pferd gekauft hat.“ Das war mit zwölf Jahren. Auch erste Turnierluft wurde geschnuppert: „Ich habe an zwei Jugendreiterprüfungen teilgenommen, das hat mir nicht so viel Spaß gemacht. Schnell wurde mir klar, dass ich Springen möchte, und wenn man einmal angefangen hat, hat man den Ehrgeiz immer besser zu werden.“ Dieser Ehrgeiz zeichnet die schleswig-holsteinische Landesmeisterin aus, aber ebenso ihre Bodenständigkeit und ihre Leidenschaft zum Pferd. „Ich hatte immer ein eigenes Pferd, bin aber schon zu Schulzeiten fremde Pferde mit geritten, um mir das Taschengeld aufzubessern“, so Schneider.

Während des Studiums war sie in einem Ausbildungsstall in Herford tätig und auch als Referendarin stieg sie stets in den Sattel. Nach Beendigung des Studiums hieß es: halber Tag Schule, halber Tag Stall. „Beides zusammen war super, der Lehrerberuf ist auch toll. Durch die Trennung meines Partners orientierte ich mich neu und war anderthalb Jahre auf der Hengststation Holzeder in Bayern.“ Doch diese Arbeit war zeitlich begrenzt und so hieß es erneut „umsatteln“, wie die Bereiterin berichtet: „Ich habe die Entscheidung getroffen, mich jetzt voll auf den Sport zu konzentrieren, denn wenn man nur Pferde machen will, ist jetzt die beste Zeit für mich. In den Lehrerberuf kann ich jederzeit wieder einsteigen.“

Diese Entscheidung begrüßt auch Chef Jörg Naeve, der seine erfolgreiche Bereiterin schätzt: „Ihre Leistungsbereitschaft ist sehr groß und das Beste an Miri ist, dass sie immer freundlich und gut gelaunt ist. Über ihre reiterlichen Qualitäten müssen wir nicht sprechen, die sind vorhanden.“

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