Bürger verärgert : Minigolfplatz: Zutritt für kleine Kinder verboten

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Minigolf soll eigentlich ein Spaß für die ganze Familie sein. Doch auf der Rendsburger Anlage direkt am Nord-Ostsee-Kanal haben Kinder unter zehn Jahren ab sofort keinen Zutritt mehr.

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22. Juli 2015, 05:56 Uhr

Minigolf soll eigentlich ein Spaß für die ganze Familie sein. Doch auf der Rendsburger Anlage direkt am Nord-Ostsee-Kanal haben Kinder unter zehn Jahren ab sofort keinen Zutritt mehr. Viele Besucher zeigen sich verärgert über die neue Regelung. Im Internet schlägt die Neuigkeit hohe Wellen, in der Gruppe „Rendsbook/Faceburg“ im sozialen Netzwerk Facebook äußerten sich wütende Bürger.

Stephanie Peterssen-Borstel wollte kürzlich gemeinsam mit drei Kindern (sieben, sechs und vier Jahre alt) einen schönen Tag auf dem Minigolfplatz verbringen. Seit fünf Jahren geht sie mit der Familie regelmäßig auf der Anlage neben dem Martinshaus der Diakonie spielen. Doch dieses Mal durfte sie nicht bleiben. Der Grund: Die Kinder seien noch zu klein, sie wurden wieder weggeschickt. Die Mutter machte ihrem Ärger in einem Interneteintrag Luft. Was darauf folgte, waren mehr als 200 Kommentare. Die meisten äußerten ebenfalls ihr Unverständnis über die neue Regelung. Nur wenige konnten die Entscheidung von der Betreiberin der Anlage, Silvia Ernst, verstehen.

„Das ist ja nicht familienfreundlich“, meinte zum Beispiel Janina Henschke und Gerhard Barendt fragte sich: „Wer soll denn da noch spielen, wenn nicht die Kinder? Der Betreiber sägt sich doch damit den Ast ab, auf dem er sitzt.“ Ihr Unverständnis über die Altersgrenze äußerte auch Sabrina Carina Schödl: „Ist ja echt doof. Gerade als Kleine hat man da doch auch noch eine Menge Spaß. Und manche Kinder unter zehn Jahren können sich besser benehmen als so manche über zehn Jahre“ und Nadine Henkens ergänzt: „Als wenn Kinder unter zehn Jahren so viel mehr kaputt machen können, wie ein 12- oder 15-Jähriger. Und auch Erwachsenen passiert mal ein ’Unfall’. Sehr sehr schade und familienunfreundlich. Denke, es wird die denn nicht mehr lange geben.“

Die Besitzerin der Anlage nannte die teuren Schäden als einen der Gründe, warum sie sich für ein Mindestalter entschieden hat. Ein Schaden von insgesamt 12  000 Euro sei auf dem Platz schon entstanden. Eltern würden oft nichts sagen, wenn die Sprösslinge sich nicht vernünftig auf den Bahnen benehmen. Außerdem seien eine gewisse Körpergröße und motorische Fähigkeiten für das Spiel erforderlich.

So streng würde man sich aber laut Silvia Ernst nicht an das Mindestalter halten. „Wir gucken uns die Kinder an und entscheiden dann“, sagte sie gestern auf Nachfrage. Es gebe auch Spieler unter zehn Jahren, die auf dem Gelände den Golfschläger schwingen dürfen. Weiter wollte sich die Betreiberin nicht äußern. Ihr sei bereits bekannt, dass man ihre Entscheidung im Netz scharf kritisiere.

Zwischen den wütenden Einträgen finden sich auch unterstützende Worte. Dass Kinder aus Langeweile mit den Golfschlägern Unsinn machen, findet Facebooknutzer Malte Langnau zum Beispiel sehr schade. Er könne Silvia Ernst daher gut verstehen. „Auf dem Schaden bleibt der Eigentümer dann oftmals sitzen.“ Auch Heiko Ziebe sieht das Problem mehr bei den Kindern, die sich nicht benehmen und bei den Eltern, die im punkto Erziehung versagt haben. Silvia Ernst hat den Miniaturgolfplatz im März vergangenen Jahres übernommen. Die Anlage gibt es bereits seit 1963. Bei den umliegenden Minigolfplätzen ist bisher kein Mindestalter bekannt. Die Anlage in Bistensee bietet für die jüngeren Spieler entsprechend kleinere Schläger an, berichtete gestern ein Mitarbeiter gegenüber der Landeszeitung. Er betonte aber auch, dass die Minigolf-Bahnen, die zu den Seeterrassen Bistensee gehören, schon etwas älteren Semesters sind und die ein oder andere neue Kerbe nicht so eng gesehen wird. Auch bei der neuen Kleingolfanlage direkt am Eckernförder Strand gibt es laut Internetseite keine Grenzen. Ganz im Gegenteil: Dort wird mit einem Angebot für Kindergeburtstage geworben.

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