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HSH Nordbank : Millionen-Verluste durch die "Omega"-Geschäfte

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Selbst für Finanzexperten sind die "Omega"-Geschäfte der HSH Nordbank schwer zu durchschauen. Sicher ist: Zurück bleiben Verluste im dreistelligen Millionenbereich.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 10:29 Uhr

Hamburg | Der Codename "Omega" stand bei der HSH Nordbank für komplexe Finanzgeschäfte, bei denen hohe Risiken außerhalb der Bilanz landeten. Die Geschäfte "Omega 52" und "Omega 55" wurden 2007 über die Londoner Niederlassung der Bank eingefädelt. Partner bei dem Geschäft, das auch für Finanzexperten schwer zu durchschauen ist, war die französische Bank BNP Paribas. Sie gründete gemeinsam mit der HSH Nordbank im irischen Dublin eine sogenannte Zweckgesellschaft - zunächst mit dem Zweck, Immobilienkredite auszutauschen. Zudem landeten dort diverse Wertpapiere der HSH Nordbank, darunter auch solche, die später drastisch im Wert verfielen oder ganz wertlos wurden. Die Zweckgesellschaft erhielt eine vertragliche "Liquiditäts-Faszilität" von mehr als 600 Millionen Euro. Das ist im Banker-Deutsch so etwas wie die Zusicherung, überdurchschnittliche Verluste aus dem Engagement zu übernehmen.
Vorteil für die HSH Nordbank: Die Risiken für diese Engagements waren nicht mehr in der Bilanz. Die BNP Paribas erhielt im Rahmen des Geschäfts sofort 35 Millionen Euro. Wofür dieses Geld geflossen ist, bleibt unklar.

Anklage gegen sechs Vorstände erhoben


Bis Ende 2008 musste die Bank mehr als 500 Millionen Euro auf die "Omega"-Geschäfte abschreiben. Bei der endgültigen Auflösung im Januar 2010 wurde davon zwar ein Teil wieder aufgeholt, es blieb aber ein dreistelliger Millionenverlust. Der frühere Kapitalmarkt-Vorstand Jochen Friedrich behauptet, der Wert von "Omega 55" habe sich wieder um 188,5 Millionen Euro erhöht und der Verlust sei nur entstanden, weil die Bank die Papiere zu früh verkauft habe. Andere Quellen sprechen davon, dass die Bank insgesamt einen Schaden von 270 Millionen erlitten habe.
Ob sich die sechs Vorstände, die den Kreditvertrag unterschrieben haben, damit strafbar gemacht haben, wird jetzt vor Gericht entschieden. Juristisch gesehen stellt sich zudem die Frage, ob der Vorstand vorsätzlich falsche Angaben zur Vermögenslage der Bank veröffentlichte. "Eine falsche Bilanz ist keine gefälschte Bilanz", sagte dazu der frühere Vorstandsvorsitzende Dirk Jens Nonnenmacher.
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