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Rendsburg : Milder Winter treibt Pflanzenwelt an

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rosen, Krokusse, Schneeglöckchen, Flieder: Die Garten-Flora kommt dank gemäßigter Temperaturen verhältnismäßig früh zum Zug.

Der Winter lässt weiter auf sich warten. Was Autofahrer durchaus erfreut, sorgt im Garten für ungewohnte Unruhe und geschäftiges Treiben – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn etliche Pflanzen treiben bereits aus, da Väterchen Frost bislang noch nicht vorbeigeschaut hat. „Einige meiner Rosenarten sind ungewöhnlich früh dran“, bestätigt Garten-Experte Ernst-Dieter Honermeier aus Büdelsdorf.

In seinem Garten an der Lindenstraße erinnert wahrlich nicht viel daran, dass momentan eigentlich Winter ist. Zwar zeugt auch keine Blütenpracht davon, dass der Frühling schon im Anmarsch wäre, doch an einigen Stellen bahnen sich vorsichtig kleine Knospen den Weg ans Licht, unter anderem bei der Clematis und den Beetrosen. Beunruhigt ist Honermeier deswegen aber noch lange nicht: „Ich sehe das ganz gelassen, denn es ist nicht wirklich ungewöhnlich, dass das passiert. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Winter häufiger erst gegen Anfang oder Mitte Februar einsetzt.“ Allerdings, das sieht auch Honermeier so, sei der Winter bis jetzt extrem mild gewesen: „Mitte Dezember haben meine Frau und ich sogar noch Rosen für die Vasen schneiden können.“ Dass die Kälte kommen wird, daran hat der Büdelsdorfer Hobby-Gärtner keinen Zweifel. In den nächsten Tagen wird er daher die Rosen in seinem Garten mit Tannenzweigen abdecken, die so als Schutzschicht gegen den Frost dienen. Vor drohenden Minusgraden ist Honermeier zwar generell nicht bange. Allerdings hofft er, dass vor dem Frost noch der Schneefall einsetzt. „Kahlfrost wäre das Schlimmste, was dem Garten passieren kann“, erklärt der Rentner.

Vorerst droht aber weder das eine noch das andere. Zwar soll es in den kommenden Tagen laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes ein wenig kälter, aber noch nicht ernsthaft frostig werden. Daher können aktuell wetterbedingt auch Schneeglöckchen und Krokusse verhältnismäßig früh aktiv werden. Im Laden von Irina Krämer, „Blumenhaus und Gärtnerei Thöming“ am Klinter Weg 120, ist der milde Winter ebenfalls Tagesgespräch. „Eine Kundin hat gerade eben erst erzählt, dass bei ihr im Garten schon der Flieder austreibt“, berichtet die Angestellte Ute Rönnau. Wer derzeit Farbe ins florale Spiel bringen möchte, dem raten Irina Krämer und Ute Rönnau zu Zwiebelpflanzen. Diese könnten zunächst in der Wohnung blühen, anschließend in einer dunklen und kühlen Ecke den Rest des Winters verschlafen und – sobald es kontinuierlich um die sechs, sieben Grad warm sei – in den Garten gepflanzt werden. Bei frostfreien Tagen mit wenig Regen empfiehlt Krämer, immergrüne Gewächse auch im Winter zu gießen: „Vor allem diejenigen, die draußen im Kübel überwintern. Oft wird das vernachlässigt und die Leute wundern sich später, warum die Pflanzen im Frühjahr eingegangen sind. Viele meinen dann fälschlicherweise, dass sie erfroren sind – dabei trocknen sie nur aus.“

Für Ernst-Dieter Honermeier ist der Winter ohnehin keine Zeit, um sein Hobby ruhen zu lassen. „Das Gewächshaus muss von Januar bis April keineswegs leer stehen“, sagt er. Bei ihm liegen die ersten Radieschen schon in den Startlöchern, denn „die können, wie einige Salatsorten, auch null Grad ab“. Wer weiß, wie lange sie das noch nicht einmal müssen?

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erstellt am 07.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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