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MIT DEM BAUERN DURCHS JAHR: OKTOBER : Milch wird Pulver und landet in der Schokolade

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

von
erstellt am 13.Okt.2016 | 18:51 Uhr

Die QM-Kontrolle der Milch steht alle drei Jahre an. Der Kontrolleur vom Landeskontrollverband (LKV) prüft die Ställe auf Luft und Licht, kontrolliert aber auch, ob das Milchtankprotokoll richtig geführt und wie hoch der Verbrauch der Reinigungsmittel ist. „Die Prüfung ist auch sehr umfangreich“, sagt Henrik Butenschön, aber nicht so sehr wie die des Qualitätssiegels Fleisch (siehe Juni-Folge).

Der Milch-Kreislauf beginnt mit dem Melken: Um fünf Uhr morgens und um 16 Uhr Nachmittags kommen die Kühe bei den Butenschöns in den Melkstand. Gerade erst hat der Landwirt den dortigen Betonboden fräsen lassen, weil er ihm zu rutschig war. Zwei Stunden lang dauert es, die 230 Kühe zu melken. Vom Euter gelangt die Milch in den Tank aus glänzendem Edelstahl. „Dort wird sie möglichst schnell auf 5,4 Grad heruntergekühlt.“

Zwei Kühltanks stehen auf dem Butenschönschen Hof für den täglichen Gebrauch. „Sie fassen 17000 Liter“, so der Landwirt. Geleert wird alle zwei Tage und danach gereinigt. Die Milch wird währenddessen in Richtung Neumünster gefahren. Henrik Butenschön ist Mitglied der Meiereigenossenschaft Barmstedt, die wiederum einer von vier Anteilseignern des Milchtrockenwerks Neumünster (MTW) ist.

Wohin ein Landwirt seine Milch liefert, „kann er frei entscheiden“, erklärt Butenschön, „muss jedoch die Regularien der Meierei beachten“. Er war bis 2002 Mitglied der Nortorfer Meiereigenossenschaft, die ihren Sitz im Zentrum des Ortes hatte. „Jetzt kann man dort sehr gut Eis essen“, klärt er über die neue Nutzung des Gebäudes auf. Getrunken wird die Milch aus Bargstedt nicht. Milchpulver landet oft in Schokolade – zum Beispiel in Ferrero-Produkten. Das Unternehmen aus Italien hat sich vor einigen Jahren auf dem Hof umgeschaut, denn – so heißt es auf der Internetseite: „Unsere Milch beziehen wir von sorgfältig ausgewählten Lieferanten in lokalen Milchregionen, die konstante Qualität, gleichbleibende Geschmackseigenschaften, Lebensmittelsicherheit und natürlich Frische gewährleisten können.“

STICHWORTE: Drillen und Milch

  > Drillen bedeutet: in Reihen säen

> Grubbern: Lockerung des Bodens

  > Den Boden drehen: pflügen ??

> Winterroggen hat seinen Namen daher, weil er vor dem Winter ausgesät wird



> Sich bestocken: Bildung von seitlichen meist bewurzelten Laubtrieben an den untersten Stängelgliedern (den Bestockungsknoten) krautiger Pflanzen. Reiche Bestockung ist bei den Getreidegräsern erwünscht, weil dadurch ein höherer Ertrag erzielt wird.


> Beim Roggen sind fünf bis sechs Triebe aus einer Pflanze erwünscht.


> Qualitätsmanagement Milch (QM): ein bundesweit einheitliches Qualitätssiegel


> Die Milch vom Hof Butenschön wird an das Milchtrockenwerk (MTW) in Neumünster geliefert.


> Das Werk wurde im Mai 2014 in Betrieb genommen. Es ist eines der modernsten und größten in Europa zur Herstellung von Magermilchpulver.


> Kapazität von 60  000 Tonnen.


> Milchpulver wird zur Herstellung von Säuglingsnahrung, Eis, Fertigprodukten (z.B Backmischungen) genutzt.

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