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Hilfe für Schüler : Mentoren zeigen der Jugend neue Wege

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Seniortrainerinnen unterstützen mit ihren Erfahrungen Schüler am BBZ am Nord-Ostsee-Kanal beim Übergang ins Berufsleben.

shz.de von
erstellt am 31.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Philip Jeß hatte bereits Praktika absolviert. Maler könnte er werden. Oder Koch. „Aber irgendwie konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich zufrieden und glücklich werde, wenn ich das mein Leben lang machen soll“, sagt der 17-Jährige. Ein wenig ratlos nahm der Schüler am Berufsbildungszentrum (BBZ) am Nord-Ostsee-Kanal Hilfe an. Dort unterstützen Annegret Büttner und Helga Jensen die Jugendlichen vor allem mit Tipps und praktischen Erfahrungen. Die beiden Frauen sind so genannte Jugend-Mentoren. Und Philip Jeß weiß jetzt, als was er später einmal arbeiten möchte.

Dienstags und donnerstags, jeweils von 10 bis 12 Uhr, stehen Helga Jensen und Annegret Büttner für die Fragen der Schüler bereit. Jeweils drei bis vier Jugendliche aus dem Ausbildungsvorbereitenden Jahr (AVJ) kommen zu ihnen. Philip Jeß war damals eigentlich da, um sich Tipps für Bewerbungen geben zu lassen. Im lockeren Gespräch stellte sich dann aber heraus, dass sein Weg in die Berufswelt ein ganz neues Ziel benötigte. „Wir haben uns über seine Hobbys, seine Interessen unterhalten“, berichtet Helga Jensen. Der junge Rendsburger stellte fest: „Ich möchte gerne in den kreativen Bereich, möchte Innenausstatter oder Grafik-Designer werden“, sagt er und strahlt Entschlossenheit und Motivation aus. Gerade solche Gespräche sind nach Ansicht von Annegret Büttner und Helga Jensen sehr oft der Schlüssel zum Erfolg. „Die Jugendlichen sind bei uns vielleicht freier als vor einer Lehrkraft. Es ist von Beginn an ein offener Prozess. Alles ist freiwillig, niemand soll zu irgendetwas gezwungen werden.“

Helga Jensen arbeitete früher in der Personalwirtschaft, jede Menge Kontakt zu Jugendlichen hat sie durch sieben Jahre mobile Jugendarbeit gehabt. Annegret Büttner arbeitete nach einer passenden Ausbildung im kaufmännischen Bereich. Dort sieht auch Lena Bundtzen ihre berufliche Zukunft. Die 17-jährige Büdelsdorferin war gestern zum ersten Mal bei den beiden Jugend-Mentorinnen: „Wir haben gemeinsam meinen Lebenslauf angeschaut. Sie haben mir viele Tipps und Erklärungen dazu gegeben und konnten mir auch bei meinen Fragen zu Bewerbungsschreiben weiterhelfen.“

Die Seniortrainer arbeiten ehrenamtlich in einem 14-köpfigen Kompetenzteam Rendsburg-Eckernförde zusammen, sechs von ihnen sind Jugend-Mentoren. Kooperationen bestehen mit der Schule Schacht-Audorf, der Bergschule in Fockbek und dem BBZ Rendsburg-Eckernförde, nun also auch mit dem BBZ am NOK. Gerd Neumann, Sprecher der Seniortrainer, erklärt: „Wir suchen den Kontakt zu Schulen, um unsere Berufserfahrung dort hinein zu tragen und den Jugendlichen beim Übergang von der Schule in den Beruf zu helfen. Allerdings sehen wir uns keinesfalls als Konkurrenz zu der Berufsberatung, sondern eher als begleitendes oder ergänzendes Angebot.“ Der Fokus liege auf der Unterstützung beim Erwerb von Kompetenzen, die zur Ausbildungsreife führen, sagt Neumann. Philip Jeß und Lena Bundtzen konnten von den Tipps der „alten Hasen“ profitieren, ihre beruflichen Ziele mit ihrer Hilfe konkretisieren. Beide wollen als ersten Schritt zunächst ihre Mittlere Reife machen – ein erster Schritt auf dem Weg in die berufliche Zukunft.

Die Seniortrainer suchen Bürger, die berufliche Erfahrung mitbringen und sich im Bereich des Jugend-Mentoring engagieren möchten. Kontakt über die Volkshochschule Rendsburger Ring (0 43 31 / 20 88-0, E-Mail vhs@vhs-rendsburg.de). Dort können sich auch Schulen melden, die an einer Zusammenarbeit mit den Jugend-Mentoren interessiert sind. Infos: www.efi-sh.de.

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