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Landeszeitung

18. November 2017 | 20:44 Uhr

Mekka der Transall-Piloten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bundeswehr konzentriert die praktische und theoretische Ausbildung auf Fliegerhorst des LTG 63. Mehr Flugbetrieb ist zu erwarten.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 13:54 Uhr

Nervös war er bei seiner Premiere nicht, allenfalls etwas aufgeregt. „Man ist ja gut vorbereitet worden“, sagt Steffen Jonnek. Vor zwei Tagen saß der Soldat das erste Mal als Pilot am Steuer einer Transall. Er hob vom Fliegerhorst Hohn ab, drehte ein paar Platzrunden und landete das Flugzeug souverän. Den Wind zu spüren, den er bisher nur vom Flugsimulator kannte, war ein besonderes Gefühl. Jonnek über seine Aufgabe: „Das ist ein Traumberuf.“

Der 30-jährige Leutnant zählt zur Riege der ersten fünf Piloten, deren lehrgangsbezogene praktische und theoretische Transall-Ausbildung ausschließlich in Hohn erfolgt. Zum 1. April hat die Bundeswehr das Lufttransportgeschwader 63 (LTG) unter dem Kommando von Oberst Hartmut Zitzewitz zum Ausbildungsverband erklärt. Bisher war auch in Wunstorf bei Hannover ausgebildet worden, doch dort befindet sich nur noch der Transall-Flugsimulator. Ihn abzubauen und nach Hohn zu transportieren, wäre zu aufwändig. Die Verantwortung für die Ausbildung auf dem Flugsimulator trägt allerdings ab sofort ebenfalls das Hohner Transportgeschwader.

Während sich Wunstorf auf die Einführung des neuen Transportflugzeuges des Typs Airbus 400M vorbereitet, bereiten sich die Mitarbeiter des LTG 63 auf den letzten Lebenszyklus der Transall vor. Noch bis zum Jahr 2018 soll der seit 51 Jahren in Dienst stehende Dinosaurier der Lüfte im Einsatz sein, dann ist Schluss. Für die jungen Piloten, die jetzt die Ausbildung durchlaufen, ist ihr Aufenthalt in Hohn jedoch keine verschwendete Zeit. Sie werden später auf die A400M umgeschult. „Eine solcher Lehrgang dauert drei Monate“, sagt Zitzewitz.

Doch zunächst konzentriert sich das LTG voll und ganz darauf, den Piloten-Nachwuchs mit der Transall vertraut zu machen. Zu den derzeit 15 Maschinen dürften in nächster Zeit einige dazukommen. Wie viele genau, vermag Zitzewitz noch nicht zu sagen. Derzeit gibt es drei Transall-Standorte – Hohn, Wunstorf sowie Landsberg in Bayern. In der Spitze flogen 83 der robusten Transporter für die Bundeswehr, doch die Ausmusterung hat längst begonnen. Derzeit sind noch 53 Maschinen im Einsatz.

Das Flugtraining in Hohn hat zur Folge, dass die Zahl der Flugbewegungen zunehmen wird. Die Bundeswehr geht von einer Steigerung in der Größenordnung von zehn Prozent aus. Keine Angaben gibt es darüber, wie viele Flugstunden dies umfasst. Auf jeden Fall sollen sich etwaige Beeinträchtigungen durch Lärm in Grenzen halten. Die Bundeswehr verspricht, überwiegend über dünnbesiedelte Gegenden zu fliegen. Nicht nur Flüge am Tag, sondern auch in der Nacht sind geplant, allerdings will man auch hier Rücksicht nehmen. Nach maximal ein- bis eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang soll der Flugbetrieb eingestellt werden.

 

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