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Brände in Jagel und Klein Bennebek : „Meine Existenz ist vernichtet“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Autoteilehandel, Sportlerheim und Halle der Feuerwehr fallen Feuern zum Opfer.

Großeinsatz für die freiwilligen Feuerwehren. An einem Einsatz in Jagel waren in der Nacht zu Montag die Wehren Jagel, Lottorf, Kropp, Dannewerk und Schleswig beteiligt, um den Brand in einer 200 Quadratmeter großen Fahrzeughalle an der B  77 zu löschen. Am Sonnabend hatte es in Klein Bennebek gebrannt: das Sportlerheim stand in Flammen.

Als die Feuerwehr Jagel kurz vor Mitternacht bei der Fahrzeughalle an der B  77 eintraf, qualmte es stark aus dem Gebäude. Auch Eike Lenz, Eigentümer des Autoteilehandels, kam wenig später zur Einsatzstelle. „Die Nachbarn hatten mich angerufen“, erinnert er sich. „Als ich zur Halle kam, hat schon alles lichterloh gebrannt“, erzählt er gestern am Telefon, hörbar mitgenommen. „Man muss untätig zugucken, wie die eigene Existenz verschwindet.“ Seit drei Jahren betreibt er die Firma. „Alles, was mir gehörte, ist unwiederbringlich dahin. Das Gebäude existiert nicht mehr“, sagt er. Wie es für ihn jetzt weitergeht, weiß er noch nicht. „Es ist alles dahin.“

Mit massiven Atemschutz versuchten die Wehrmänner zunächst, den Brand von innen zu bekämpfen. Doch die Halle war komplett mit Alu-Fassadenplatten verkleidet – so konnte sich das Feuer ungehindert durch die Zwischenräume ausbreiten. Da sich das Rauchgas zu entzünden drohte, wurde der Inneneinsatz nach rund 30 Minuten abgebrochen. Die Bevölkerung wurde über Radiodurchsagen aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Nach zweieinhalb Stunden war das Feuer unter Kontrolle. Gebrauchtfahrzeuge, die vor der Halle abgestellt waren, konnten in Sicherheit gebracht werden, ebenso eine Segeljolle auf einem Trailer. Mit dem Greifbagger eines Kropper Entsorgungsunternehmens wurde die Halle gegen vier Uhr morgens komplett eingerissen, um an die Glutnester zu gelangen.

Auch Eike Lenz war die ganze Nacht im Einsatz. „Ich habe geholfen, die Autos dort wegzuschaffen.“ Gestern war er immer wieder vor Ort, um den Schaden zu sichten. „Ich kann mir nicht erklären, wie es zu dem Brand kommen konnte“, sagt er ratlos. Noch wenige Stunden vorher sei er in der Firma gewesen – alles war in Ordnung. „Eine technische Ursache schließe ich aus. Ich befürchte, dass es Brandstiftung war.“ Von offizieller Seite will man sich zur Ursache noch nicht äußern. Die Schadenshöhe beträgt rund 150  000 Euro. Die B  77 blieb im Bereich Jagel während des Einsatzes voll gesperrt. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Eine angeschlossene Einliegerwohnung sei unbewohnt gewesen, so ein Sprecher der Leitstelle Nord.


Feuerwehrfahrzeug vor den Flammen gerettet


Am Sonnabend um 17.15 Uhr war der Notruf eingegangen: In dem L-förmigen Kombigebäude an der Friedrichsanbauer Straße in Klein Bennebek, in dem neben dem Sportverein auch die Freiwillige Feuerwehr untergebracht ist, war ein Brand ausgebrochen. Das Feuer war im Ostflügel des Sportlerheims entstanden und breitete sich rasch auf den westlichen Gebäudeteil mit der Feuerwache aus. Während eine weithin sichtbare Rauchsäule den mitalarmierten Wehren aus Alt Bennebek, Kropp und Tetenhusen den Weg zum Einsatzort wies, hatte die Ortswehr zunächst alle Hände voll damit zu tun, das Einsatzfahrzeug und wichtige Ausrüstungsgegenstände aus der Halle zu retten. Eine weitere Herausforderung waren die direkt über dem Sportlerheim verlaufenden Stromtrassen. Es habe zwar zu keiner Zeit eine akute Gefahr bestanden, dennoch galt es, besondere Vorsicht bei den Löscharbeiten walten zu lassen, so Thomas Neubert, Pressewart der Kropper Feuerwehr. Zur Unterstützung der Löscharbeiten sei die Drehleiter aus Schleswig alarmiert worden, da Teile des Daches einstürzten und die Löscharbeiten nur noch von oben aus sinnvoll gewesen seien. Die Löscharbeiten dauerten drei Stunden an.

Am Morgen nach dem Brand waren Sachverständige der Polizei im abgesperrten Gebäude tätig. „Es ist noch nicht klar, ob die Feuerwache verschont geblieben ist. Durch die große Hitzeeinwirkung ist möglicherweise ein Trägerbalken in Mitleidenschaft gezogen worden“, berichtete Thomas Petersen, stellvertretender Bürgermeister von Klein Bennebek. Das Feuerwehrfahrzeug wurde anderweitig untergestellt, bis der Sachverhalt geklärt ist.

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