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Landeszeitung

21. November 2017 | 14:52 Uhr

Neue Serie : Mein Meisterjahr

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Twisters-Trainer Bjarne Homfeldt schreibt exklusiv in der Landeszeitung.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 06:10 Uhr

Sechs Jahre ist es her, dass wir zusammen saßen und von der 1. Regionalliga träumten. Damals wollten wir dieses Ziel eigentlich in fünf Jahren erreicht haben. Nun hat es etwas länger gedauert, aber dennoch: Ich bin unheimlich stolz auf die Mannschaft und auf das, was sie geleistet hat. Vergessen aber darf man auch nicht die vielen Helfer im Umfeld. Als ich mir nach dem letzten Spiel alles so anschaute, wie das Licht ausging und die Meister-Show begann, dachte ich an die vielen Menschen, die ehrenamtlich ihre Freizeit opfern, um das alles auf die Beine zu stellen – einfach unglaublich.

Erfolg ist zwar schwer planbar, aber schon zu Beginn der Saisonvorbereitung war klar, dass wir es diesmal schaffen können. Unsere 1. Vorsitzende Antje Mevius glaubte noch viel stärker daran als ich. Bereits im Januar des Jahres 2013 machten wir uns die ersten Gedanken über die neue Spielzeit. Ich bin zwar schon länger Trainer und habe einige Jugendmannschaften betreut, aber das war schon sehr intensiv. Es war das erste Mal, dass ich überhaupt keinen Urlaub gemacht habe. Es war eine Arbeit, die mir persönlich nicht wirklich viel Spaß macht. Man führt viele Gespräche, Telefonate und muss zig E-Mails beantworten. Ich war froh, als ich im Mai beim ersten Training endlich mit den Jungs in der Halle stand. In diesem ersten Teil haben wir viel an der Technik gefeilt und natürlich war auch noch nicht der gesamte Kader dabei. Mit Chris Geist, Andrej König und Ramin Büttner hatten uns drei Stammkräfte verlassen. Es hatte sich zwar angedeutet, dass sie gehen könnten. Als sie dann aber alle drei absagten, war das schon ein Rückschlag. Wir mussten uns also etwas überlegen, besonders auf der Position des Spielmachers sah ich Handlungsbedarf. Mit Max Hillner und Johannes Weißbach waren zwei Neuzugänge bereits fix, die viele Punkte erzielen, und mit Morris Brodersen hatten wir eh schon einen Punktesammler im Kader. Es fehlte jedoch einer, der sie bedient. Als unsere Hauptsponsoren dann signalisierten, dass sie ihr Engagement noch einmal verstärken würden, begann die Suche.

Mit Devon Atkinson haben wir schließlich die perfekte Verstärkung gefunden, nicht nur sportlich, auch menschlich passte es einfach. Es war nach den Videos, die wir von ihm gesehen hatten und den wenigen Telefonaten klar, dass wir ihn haben wollten. Seine Qualität hat uns auf einen Schlag wesentlich stärker gemacht, auch wenn es etwas gedauert hat, bis sich die Mannschaft auf ihn und er sich auf die Mannschaft eingestellt hatte. Nach dem Saisoneröffnungsspiel gegen den Vorjahresmeister aus Bramfeld, ging der eine oder andere Zuschauer noch enttäuscht nach Hause. „Ich hatte mir mehr von ihm erhofft“, hörte man hier und da. Ich denke, es war das letzte Mal, dass sie mit dieser Meinung aus der Halle gegangen sind.

Denn schon zwei Wochen später im ersten Punktspiel des Jahres konnten wir überzeugen. Ich war selbst etwas überrascht, welch großen Sprung wir in diesem Zeitraum gemacht hatten. Der Gegner aus Rostock hatte keine Chance, ebenso wie Uetersen, Hamburg-West und Lüneburg in den darauf folgenden Partien. Der Härtetest wartete am fünften Spieltag. Es ging zur TSG Bergdorf, das Team, das ich als noch etwas besser eingeschätzt hatte, als uns. Die BSG Bremerhaven stand auch noch auf meinem Zettel, aber die TSG war in meinen Augen der härteste Titelkonkurrent. Es war ein tolles Spiel. Wir sind gut gestartet, vielleicht zu gut. Zur Halbzeit lagen wir mit 14 Punkten in Führung, aber es ist schwer, die Konzentration über die gesamte Spielzeit hochzuhalten. Und so kam Bergedorf heran, führte plötzlich sogar. Brodersen, Hillner und Atkinson waren dann die tragenden Figuren und führten uns zum Sieg. Die wichtigste Erkenntnis aber war, dass wir am Ende des Spiels stark genug waren, um es noch einmal zu drehen. Das machte mich weiter optimistisch für die Restsaison. Mit diesem Sieg hatte sich allerdings auch unsere Wahrnehmung verändert. Nun waren wir nicht mehr nur einer der Favoriten. Wir waren ab sofort die Gejagten. Das Team, das es zu schlagen galt.

Ihr Bjarne Homfeldt

In der nächsten Folge: Das Rückspiel gegen Bergedorf. Warum wir uns nie zuvor so akribisch auf einen Gegner vorbereitet haben.

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