Gemeindevertretung : Mehrere Fliegen mit einer Klappe: Ausbau des Bussardwegs schon 2014

Flohmarktstände im Bussardweg: Bereits  2014 Jahr könnte  die  Straße ausgebaut werden.
Flohmarktstände im Bussardweg: Bereits 2014 Jahr könnte die Straße ausgebaut werden.

Weil der Bussardweg im nächsten Jahr Fernwärme-Versorgung erhält, soll die Straße dann auch schon ausgebaut werden. Dass beschloss die Gemeindevertretung mit Mehrheit, aber gegen die Stimme des Bürgermeisters.

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04. November 2013, 00:00 Uhr

Orkan „Christian“ ist auch an Hanerau-Hademarschen nicht spurlos vorüber gezogen. Zu Beginn der jüngsten Gemeindevertretersitzung dankte Jörg Hommel als Wegebau- und Umweltausschussvorsitzender allen Bauhofmitarbeitern, der freiwilligen Feuerwehr und den vielen weiteren Helfern für ihren stundenlangen Einsatz, um die Sturmschäden zu beseitigen.

Für die SPD-Fraktion reichte Hommel drei Anträge nach, die in der Tagesordnung ergänzt wurden. Darunter befand sich auch der Dringlichkeitsantrag, den Bussardweg bereits im kommenden Jahr auszubauen. Hintergrund ist die Ankündigung eines Unternehmers, im nächsten Jahr die Wohnblocks im Bussardweg zusammen mit der Schule mit Fernwärme zu versorgen.

Da für das Verlegen der Leitung die Straße aufgebrochen werden muss, ergibt sich die Möglichkeit, gleich alle Versorgungsleitungen erneuern zu lassen: „Besonders die Abwasserrohre sind in einem sehr schlechten Zustand, das zeigten bereits Filmaufnahmen aus dem Jahr 1999“, erklärte Hommel. Auf dem Bürgersteig hätten sich durch Absackungen an vielen Stellen Stolperfallen gebildet und auch die Straßendecke weise Risse auf. Neben der Fernwärmeleitung würden gleichzeitig neue Wasser- und Abwasserleitungen verlegt sowie die Strom- und Gasleitungen erneuert.

Die Kosten bezifferte der Ausschussvorsitzende mit rund 625 000 Euro. Der Anteil der Gemeinde könne sich aber auf 440 000 Euro reduzieren lassen, wenn sich alle beteiligten Ver- und Entsorgungsfirmen bereit erklärten, an der Ausbaumaßnahme mitzuwirken. Daraus ergebe sich dann für die Firmen ein Oberflächenanteil von 185 000 Euro, die der Gemeinde erspart blieben, erklärte Hommel.

„Mir ist bewusst, dass andere Straßen in der Gemeinde in einem wesentlich schlechteren Zustand sind, nur die Fernwärmeleitung wird ganz sicher im nächsten Jahr kommen“, sagte Hommel. Ihm gehe es darum, Schaden von den Bürgern und der Gemeinde abzuwenden, sowie Kosten einzusparen und dadurch auch den Kostenanteil der Anlieger (zehn bis 30 Prozent bei Durchgangsstraßen) zu verringern. Bevor der Ausbau realisiert werden könne, müssten zunächst aber alle beteiligten Ver- und Entsorgungsfirmen zustimmen. Danach müsse ein Bauprogramm erstellt und die Anlieger in einer Versammlung informiert werden.

Bürgermeister Volker Timm sah dennoch keine Notwendigkeit für den vorzeitigen Ausbau des Bussardwegs und versagte seine Zustimmung. Vier weitere Gemeindevertreter enthielten sich bei der Abstimmung. Die Mehrheit plädierte dafür, den Ausbau für 2014 zu planen.

Außerdem beantragte die SPD, eine Beratungsstelle für soziale Angelegenheiten in Hanerau-Hademarschen einzurichten. Vor einigen Jahren wurde bereits mit der Schwesternstation diakonische Dienste in den Kirchengemeinden Hohenwestedt und Todenbüttel ein Finanzierungskonzept erstellt, das auch einen Beratungsstützpunkt für Hanerau-Hademarschen vorsah, aber nicht weiter verfolgt wurde.

Demnach beträgt der Zuschuss der beteiligten Gemeinden für die wohnortnahe soziale Beratung, Versorgung und Betreuung der Einwohner durch die Sozialstation Hohenwestedt/Todenbüttel 80 Cent pro Einwohner. Otto Griefnow, Mitglied im Ausschuss für Sport, Kultur und Soziales, pädierte dafür, sich mit der Gemeinde Hanerau-Hademarschen und den zum Altamt Hademarschen zugehörigen Dörfern dieser Finanzierungsvereinbarung anzuschließen und für Beratungsgespräche einen Raum im ehemaligen Amtsgebäude in Hanerau-Hadermarschen zur Verfügung zu stellen. Diesem Vorschlag billigte die Gemeindevertretung einstimmtig.

Der dritte Antrag betraf den Verkauf von Mobiliar aus dem Inventar des ehemaligen Jugendaufbauwerkes (JAW, jetzt Haus der Gemeinde) und wurde ebenfalls einstimmig beschlossen. Danach erhalten zwei Interessenten aus der Gemeinde die gewünschten Möbelstücke gegen einen geringen Betrag, und der Rabs gGmbH in Hohenwestedt werden Möbelstücke für soziale Zwecke zu überlassen.

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