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Raritäten aus Stahl : Mehr schwere Stücke aus der Brücke

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Hochbrücken-Beschäftigte haben 1200 Unikate aufgearbeitet und verkaufen sie für den guten Zweck. Alle Teile sind garantiert 100 Jahre alt. Der Verkauf findet nur während des E.ON Hanse-Cups am 14. und 15. September statt.

Rendsburg | Auf die Spendenbox ist Friedhelm Heuck besonders stolz. Der Brückenkontrolleur des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Kiel-Holtenau steht neben dem 300 Kilogramm schweren Koloss aus Stahl und steckt zur Probe einen 50-Euro-Schein durch den Schlitz. Dann zeigt er das dazugehörige Schild aus Messing. Es bürgt für die Herkunft des Unikats: „Original Verankerung Nordrampe, Eckstiel Achse 4 Ost“. Das gute Stück ist verkäuflich und eine kleine Sensation. Pünktlich zu den 100-Jahr-Feierlichkeiten veräußert nun auch die für das Bauwerk zuständige Behörde ausgediente Teile aus der Eisenbahnhochbrücke: 1199 Einzelstücke im handlichen Kleinformat und als Krönung das zu einer Spendenbox umfunktionierte Original vom Fuße eines Pfeilers der Nordrampe. Zunächst soll der Riese das gespendete Geld für die übrigen Teile in sich aufnehmen. Später geht er an den Höchstbietenden. Mindestbetrag 500 Euro. „Denkbar wäre zum Beispiel ein Unternehmen aus der Region, das die Hochbrücken-Umrisse in seinem Logo trägt“, sagt Heuck. Der Gesamterlös aus der Aktion sei ausschließlich für wohltätige Zwecke bestimmt.

Die 1200 Teile haben Heuck und seine Kollegen in mühevoller Handarbeit für den Verkauf vorbereitet. „Es ist eine Aktion der Mitarbeiter an der Hochbrücke. Wir wollen unsere Verbundenheit mit dem Bauwerk dokumentieren und der Region durch die Spenden etwas zurückgeben“, betont der Brückenchef.

Die Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes opferten viele Stunden ihrer Freizeit, um den Rendsburgern zum Jubiläum ein besonderes Geschenk zu machen. „Jedes Teil stammt aus der Anfangszeit der Hochbrücke und ist garantiert 100 Jahre alt“, verspricht Heuck. „Die meisten Stücke haben handwerkliche Makel und sind gerade deshalb etwas Besonderes“, ergänzt WSA-Sachbereichsleiter Rüdiger Schröder.

Die Benefiz-Aktion sieht Heuck auch als Würdigung seiner Vorgänger an. „Der Verkauf der Originale ist auch eine Anerkennung der Leistung von damals“, sagt er. Die Preise für die gereinigten und mit Brückenfarbe beschichteten Segmente verstehen die Initiatoren als Mindestbetrag. „Über Spenden darüber hinaus freuen wir uns sehr“, so Schröder. Die mit einem Echtheits-Zertifikat versehenen Niete kosten jeweils fünf Euro; 1000 Stück liegen bereit. Hinzu kommt eine limitierte Auflage von 100 handverlesenen Exemplaren. Die an einem Holzbrett mit Messingschild („Einer von 3,2 Millionen“) befestigten Teile kosten jeweils 50 Euro. Buchstützen aus Brückenstahl kann man für 30 Euro erwerben.

Der Verkauf findet ausschließlich während des E.ON Hanse Cups am Sonnabend, 14. September, und Sonntag, dem 15. September, jeweils 10 bis 16 Uhr, statt. Der WSA-Container wird an der Schwebefähre stehen (Nordseite). Bezahlung nur in bar, kein Versand, keine Vorbestellungen, auch nicht in der LZ-Redaktion. Das WSA weist darauf hin, dass die Buchstützen bis zu 15 Kilogramm wiegen.

Empfänger der Spenden

Der Erlös aus dem Verkauf der 1199 Kleinteile wird nach Angaben von Brückenkontrolleur Friedhelm Heuck an folgende Empfänger verteilt: Förderkreis krebskranker Kinder und Jugendlicher e.V., Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), Förderverein für das Museumsstellwerk Rendsburg. Außerdem soll ein Betrag für den Falkenschutz an der Eisenbahnhochbrücke zur Verfügung gestellt werden.

Der Erlös aus dem Verkauf der 300 Kilogramm schweren Spendenbox (dann ohne Inhalt!) geht an die Kinderstation der Imland-Klinik. Gebote für die Spendenbox ausschließlich per E-Mail bis zum 22. September, 24 Uhr, mit Stichwort: „Spendenbox“ an: wsa-kiel-holtenau@wsv.bund.de

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erstellt am 07.Sep.2013 | 20:30 Uhr

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