Aukrug : Mehr Personal für Naturschutzring

Naturschutzberatung für noch mehr Landwirte: Naturschutzring-Chefin Petra Harms, Helga Heesch, Jan-Marcus Carstens und Niklas Zander (von links) auf einer mit Landeszuschüssen geförderten Bienenweide in Aukrug-Bargfeld.
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Naturschutzberatung für noch mehr Landwirte: Naturschutzring-Chefin Petra Harms, Helga Heesch, Jan-Marcus Carstens und Niklas Zander (von links) auf einer mit Landeszuschüssen geförderten Bienenweide in Aukrug-Bargfeld.

Umweltministerium bewilligt dem Aukruger Verein zwei zusätzliche Stellen. Projektgebiet wird auf 1800 Quadratkilometer vergrößert.

shz.de von
22. Juli 2015, 12:17 Uhr

Vom Nord-Ostsee-Kanal bis zur Autobahn 7, vom Boxberg bis an die Elbe: Das neue Projektgebiet des Naturschutzrings Aukrug umfasst 1793 Quadratkilometer und ist damit viereinhalbmal so groß wie bisher. Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) des Landes Schleswig-Holstein hat für die kommenden drei Jahre die Personalkosten für eine deutliche Ausweitung des Aufgabengebiets bewilligt. Der Naturschutzring Aukrug soll sich als „lokale Aktion“ um die Naturschutzberatung der Landwirte und sonstigen Landeigentümer im neuen Projektgebiet kümmern – auf der Grundlage eines neuen Natur- und Artenschutzkatalogs, der voraussichtlich im Herbst erscheinen wird.

Seit 2007 wurden im Naturpark Aukrug unter anderem zehn neue Gewässer geschaffen, 23 Obstwiesen angepflanzt und acht neue Knicks angelegt. „Wir haben mit 66 verschiedenen Landnutzern und Landeigentümern insgesamt über 250 freiwillige Maßnahmen umgesetzt“, bilanziert Naturschutzring-Geschäftsführer Niklas Zander. Die Landwirte konnten sich die für ihre Ländereien passenden Naturschutzmaßnahmen aus einem Katalog aussuchen: aus der Broschüre „Für Mensch, Natur und Landschaft“, in der sämtliche Fördermöglichkeiten in puncto Natur- und Artenschutz aufgelistet sind. „In unserem Katalog sind freiwillige Maßnahmen, die aus verschiedenen Töpfen bezuschusst werden, für die Landwirte übersichtlich dargestellt“, erläutert Zander, „wir als Naturschutzring sind für die Landnutzer der Ansprechpartner für Vertragsnaturschutz aller Art – was dann hinter den Kulissen noch an Fördergeldbeantragungen und Vermittlungen geschieht, kann den Landwirten ganz egal sein.“

Neben den Förderprogrammen vom Land und von der Europäischen Union enthält der Katalog auch Naturschutzmaßnahmen, die exklusiv für den Naturpark Aukrug angeboten und zu 100 Prozent vom MELUR finanziert werden: zum Beispiel das Anpflanzen von Obstwiesen, die Anlage von „Blühstreifen“ als neue Ackerlebensräume sowie Verträge über winterliche Stoppelbrache. Die Erfolgsbilanz, die der Naturschutzring nach acht Jahren als beratende und vermittelnde Instanz für freiwillige Naturschutzmaßnahmen vorweisen kann, hat das MELUR überzeugt. Das Ministerium hat die Personalkosten für zwei Vollzeitstellen bewilligt. Naturschutzring-Geschäftsführer Niklas Zander bekommt sachkundige Verstärkung: den gelernten Landwirt und Ingenieur für Landschaftsnutzung und Naturschutz Jan-Marcus Carstens, der den Geschäftsführerposten beim Naturschutzring in der Vergangenheit bereits vertretungsweise übernommen hatte. Zusammen mit Minijobberin Helga Heesch wollen Zander und Carstens nun eine Neuauflage des Natur- und Artenschutzkatalogs in Angriff nehmen. „Wir haben jetzt die Förderung für die neue Broschüre beantragt“, berichtet Zander. „Wir wollen diese Neufassung so gestalten, dass sie auch von anderen lokalen Aktionen in Schleswig-Holstein als Vorbild genutzt werden kann“, kündigt Carstens an. Die erste Auflage des Artenschutzkatalogs galt 2007 für die 20 Gemeinden im Kerngebiet des Naturparks Aukrug. Zusammen mit der zweiten Auflage der Broschüre wurde das Projektgebiet 2011 auf den kompletten Naturpark Aukrug mit seinen 42 Gemeinden und seiner Gesamtfläche von 382 Quadratkilometern ausgeweitet. Artenschutzkatalog Nummer drei, der im Herbst erscheinen soll, wird nun in einem noch deutlich ausgeweiteten Areal gelten. Das neue Projektgebiet ist insgesamt 1793 Quadratkilometer groß und wird im Westen vom Nord-Ostsee-Kanal, im Norden von der L328, im Süden von der Elbe und im Osten von der A7 sowie von der Steinburger Kreisgrenze begrenzt.

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