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Unbefristete Verträge : Mehr Personal für die Kindergärten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Finanzausschuss entscheidet heute, ob an Rendsburgs Kindertagesstätten Verträge entfristet und Plätze für das Anerkennungsjahr geschaffen werden dürfen. Auf diese Weise soll die Betreuungssituation stabiler werden.

Im Finanzausschuss der Stadt steht heute ein immer wieder geäußerter Grundsatz der Rendsburger Politik auf dem Prüfstand. Angesichts des immensen Schuldenbergs sind zahlreiche Sparmaßnahmen eingeleitet worden – meist mit dem Hinweis versehen, dass allein Investitionen in Bildung ausgenommen sind. Der Sozialausschuss hatte in seiner letzten Sitzung beschlossen, an den Kindertagesstätten Personal aufzustocken, um die Qualität der Arbeit zu sichern. Jetzt soll der Finanzausschuss darüber befinden, ob sich die Stadt die Mehrausgaben leisten kann und will.

„Es geht darum, befristete Arbeitsverträge zu entfristen und zudem an jeder Kita einen Ausbildungsplatz für das Anerkennungsjahr zu schaffen“, erläuterte Fachbereichsleiter Herbert Schauer. 23 unterschiedliche Gruppen gibt es an den vier städtischen Kindertagesstätten. Betreut werden sie von etwa 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich auf 50 Planstellen verteilen. Eines der Probleme ist in der Beschlussvorlage genannt: „Dass nach wie vor fast ausschließlich weibliche Mitarbeiterinnen beschäftigt werden, ist infolge von Mutterschafts- und Erziehungsansprüchen die Fluktuation sehr hoch.“ Als Ersatz werden zwar Erzieherinnen eingestellt – bisher aber mit befristeten Verträgen. „Das zog sich teilweise über Jahre hin. Und es ist nicht nur einmal vorgekommen, dass Mitarbeiterinnen uns verlassen haben, wenn sie anderswo einen unbefristeten Vertrag bekommen haben“, sagte Schauer.

Ein anderes Problem ist die zunehmende Arbeitsbelastung. „Die Aufgabe ist nicht mehr so problemlos wie noch vor einigen Jahren. Die gestiegenen Anforderungen bei gleichen Rahmenbedingungen fordern die Erzieherinnen in besonderer Weise und führen dazu, dass immer weniger motivierte junge Menschen das Arbeitsfeld attraktiv finden.“ Bereits jetzt sei ein Mangel an qualifiziertem Fachpersonal festzustellen. „Vor einigen Jahren hatten wir auf jede Stelle 50 bis 60 Bewerbungen. Die Zeiten sind vorbei“, sagte Schauer.

Diesem Trend will die Stadt nun mit den Ausbildungsplätzen entgegensteuern. „In dem Anerkennungsjahr können wir die jungen Leute kennenlernen – und sie können sich ein Bild von der Arbeit machen. Dieses praktische Miteinander ist wesentlich aussagekräftiger als jedes Vorstellungsgespräch.“

Der Finanzausschuss muss sich heute (18 Uhr) mit den Kosten dieser Pläne auseinandersetzen. Die Entfristung der Arbeitsverträge führt nach Auskunft von Schauer nicht zwangsläufig zu höheren Ausgaben, da durch die Fluktuation immer wieder mit kurz- und langfristigen Personalausfällen gerechnet werden müsse. Für die vier Plätze im Anerkennungsjahr muss die Stadt mit Kosten von jeweils 20 300 Euro rechnen. „Die Praktikanten tragen allerdings erheblich zur Entlastung der Mitarbeiterinnen und Verbesserung der Betreuungssituation in den Kindertagesstätten bei“, sagte Schauer. Besonders wenn Stammkräfte ausfielen, trügen sie zur Stabilisierung der Präsenz bei.

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erstellt am 30.Sep.2013 | 17:42 Uhr

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