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Nächstes Jahr wieder Gewinn : Mehr Patienten, weniger Defizit

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Imland schafft Trendwende: Letztjähriger Rekordverlust von drei Millionen Euro wird 2016 auf eine Million verringert. Ab 2017 wieder Gewinn.

Die 2013 in die Verlustzone geratenen Imland-Kliniken in Rendsburg und Eckernförde wollen ab dem kommenden Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben. Das verkündeten gestern Aufsichtsratsvorsitzender Thorsten Schulz und Geschäftsführer Dr. Hans-Markus Johannsen. Finanziell gehe es schon jetzt spürbar bergauf. Nach dem Rekordverlust von fast drei Millionen Euro im vergangenen Jahr soll das Defizit im laufenden Geschäftsjahr um zwei Drittel auf maximal eine Million Euro verringert werden.

Imland besinnt sich auf seine Kernkompetenzen und folgt damit einer der zentralen Empfehlungen eines Gutachtens, das der Aufsichtsrat in Auftrag gegeben hatte. Einer der Aspekte: Von den stark defizitären Seniorenhäusern in Eckernförde, Jevenstedt und Nortorf wird man sich voraussichtlich noch in diesem Jahr trennen. Im Gegenzug wird die Strategie weiter verfolgt, das medizinische Angebot der Kliniken in Rendsburg und Eckernförde zu verbessern und zu erweitern. Doch wer umstrukturiert, muss Geld in die Hand nehmen. Und genau das hat Imland im vergangenen Jahr den Rekordverlust beschert. Allein 2,1 Millionen Euro wurden für Sozialversicherungsbeiträge sowie Abschreibungen zurückgestellt.

Gleichzeitig schob Imland zahlreiche Investitionen an. Die Kardiologie bekommt ein neues Katheterlabor und eine größere Kapazität, die Radiologie wird komplett umgebaut und modernisiert. Bereits erreicht wurde das Ziel, die Neurochirurgie personell und technisch zu ergänzen. Patienten mit schweren Kopfverletzungen sowie Beeinträchtigungen der Wirbelsäule können nun in Rendsburg und Eckernförde behandelt werden. Zudem hat sich Imland für drei Krebsarten zertifizieren lassen: Patienten, die an Prostatakrebs, Darmkrebs oder Brustkrebs erkrankt sind, sollen sich darauf verlassen können, nach modernsten Standards und Erfordernissen behandelt zu werden.

Deutliche Zuwächse bei der Patientenzahl gab es unter anderem in den Bereichen Gelenkzentrum, Kardiologie und Neurologie. Für Imland bedeutet das in der Bilanz: Die Zahl der stationär aufgenommenen Patienten stieg im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 35  500. Ambulant behandelt wurden 61  100 Menschen (plus 3,6 Prozent). Die prozentual positivste Entwicklung gab es bei den Entbindungsstationen. In Rendsburg kamen 961 Babys zur Welt. Das entspricht einem Plus von 5,1 Prozent. In Eckernförde war der Zuwachs sogar mehr als doppelt so hoch. 689 Kinder erblickten dort das Licht der Welt – eine Steigerung von 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Alles zusammen steigerte den Umsatz. Er wuchs um 6,2 Prozent auf 175,3 Millionen Euro.

Nach Angaben von Geschäftsführer Johannsen entscheiden sich 51 Prozent der Patienten im Kreis Rendsburg-Eckernförde für eine Behandlung in der Imland-Klinik. Hier gibt es Nachholbedarf: „Durch gute Leistungen wollen wir das auf 60 Prozent steigern.“ Um Stärken und Schwächen herauszuarbeiten, finden regelmäßig Patientenbefragungen statt. An den jüngsten Befragungen beteiligten sich 2300 Menschen. „80 Prozent waren ausschließlich positiv, neun Prozent ausschließlich kritisch“, so Johannsen. Jeder Kritik werde nachgegangen. Als wunder Punkt erwies sich beispielsweise die zentrale Notaufnahme. In Stoßzeiten gebe es bisweilen Wartezeiten von bis zu mehreren Stunden. Sehr positiv werde hingegen die Arbeit der Ärzte und des Pflegepersonals bewertet. Der Geschäftsführer: „Die Patienten freuen sich darüber, wenn man sich Zeit für sie nimmt.“ Auch für das Essen sowie die Sauberkeit des Hauses gebe es durchweg gute Beurteilungen.

Aufsichtsratschef Thorsten Schulz ist mit der Entwicklung des Krankenhauses zufrieden. „Der Weg, den wir eingeschlagen haben, ist richtig.“ Ein Indikator sei das operative Ergebnis des Krankenhausbetriebes. Ohne die negativen Sondereffekte liegt dieses bei 1,17 Millionen Euro (gegenüber einen Minus von 2,35 Millionen Euro im Vorjahr). Schulz: „Wir haben die Talsohle hinter uns gelassen.“

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erstellt am 18.Jun.2016 | 17:00 Uhr

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