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Landeszeitung

19. Oktober 2017 | 02:33 Uhr

Mehr Kita-Personal kostet 46 000 Euro

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Sozialausschuss berät über Finanzierung von zwei zusätzlichen Aushilfen für die Betreuung in den städtischen Kindergärten

von
erstellt am 23.Feb.2016 | 12:01 Uhr

Für Arbeitnehmer ist eine zuverlässige Betreuung ihrer kleinen Kinder ein wichtiges Gut. In den vier städtischen Kindergärten ist diese grundsätzlich gewährleistet – allerdings mit einer Einschränkung, die Kommunalpolitik und Verwaltung Sorge bereitet. Viermal ist es in diesem Jahr vorgekommen, dass Eltern ihre Kinder nicht in den Kindergarten geben konnten, weil einzelne Gruppen mangels Personal vorübergehend geschlossen werden mussten. Nun soll gegengesteuert werden. Die SPD hat im Sozialausschuss beantragt, zwei weitere Vertretungskräfte einzustellen. Einzige Hürde: die Kosten.

46  000 Euro müssten im Personaletat zusätzlich bereitgestellt werden, um die beiden neuen Kräfte bezahlen zu können. Dass man mehr Personal benötigt, steht für den Fachbereichsleiter Herbert Schauer und seine Mitarbeiter fest: „Aus unserer Sicht ist das dringend notwendig“, sagte er zu den Mitgliedern des Sozialausschusses. Es gebe einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. „Aber wenn kein Personal da ist, können wir kein Kind betreuen.“

Der entscheidende Grund für die Schließung von Gruppen ist laut Schauer der hohe Krankenstand. In den Kindergärten sind 85 Mitarbeiter beschäftigt, darunter vier, die ein freiwilliges soziales Jahr ableisten. Durchschnittlich 16 Tage pro Jahr seien die Erzieher krank gemeldet. Der Bundesdurchschnitt bei Sozialpädagogen- und Erzieherberufen liegt nach einer Statistik der Barmer GEK bei 15,4 Tagen. Problem der Stadt: Die Krankmeldungen treten meist geballt auf, und personelle Reserven gibt es offenbar nicht. Nach Angaben des Fachbereichsleiters ist es „fast unmöglich, Personal aus anderen Kindergärten loszueisen.“ Eine weitere Schwierigkeit sind erforderliche Doppelbesetzungen, zum Beispiel bei den Gruppen für Kinder unter drei Jahren. Kann die Doppelbesetzung nicht gewährleistet werden, fällt die Betreuung aus.

Keine Fraktion bezweifelte, dass zwei weitere Erzieherinnen gebraucht werden. „Eine zuverlässige Betreuung muss immer gegeben sein“, sagte SPD-Ratsfrau Elke Endres. Ausschussvorsitzender Matthias Bruhn (SPD) fasste zusammen: „Wir sind uns einig, dass wir dringend etwas machen müssen.“ Gleichzeitig wolle man die Belastung des städtischen Etats so gering wie möglich halten. Im Ausschuss wurden Lösungsmöglichkeiten angesprochen. CDU-Ratsfrau Dorothee Reibisch regte an, über eine Zusammenarbeit mit einer Zeitarbeitsfirma nachzudenken, die bei Bedarf rasch Personal zur Verfügung stellt. Matthias Bruhn schlug vor, einen gemeinsamen Stellenpool mit den Trägern der nichtstädtischen Kindergärten in Rendsburg zu bilden. Das setzt unter anderem Gespräche mit der Kirche voraus. Herbert Schauer erhielt den Auftrag, diese Idee bis zur April-Sitzung des Sozialausschusses zu prüfen.

Eine flexible Lösung mit Mini-Jobbern, wie sie bei der Kirche üblich ist, kommt für die Stadt nicht in Frage. Fachdienstleiterin Brigitte Fugmann erklärte, dass wegen eines Grundsatzbeschlusses des städtischen Personalrates keine 450-Euro-Kräfte eingestellt werden.

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