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Rendsburg-Eckernförde : Mehr Gewaltopfer suchen Hilfe beim Weißen Ring

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ehrenamtliche Helfer stellen Bilanz des vergangenen Jahres vor.

Opfer von Straftaten leiden körperlich und psychisch oft noch lange nach dem Ereignis unter den Folgen – der Weiße Ring hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kriminalitätsopfern zu helfen. Gestern Vormittag stellte der gemeinnützige Verein im Kreishaus seine Bilanz für das Jahr 2015 vor.

Insgesamt wurden die 16 ehrenamtlichen Mitarbeiter in 274 Fällen tätig. 2014 waren es zehn mehr. Betreut wurden Betroffene von Sexualdelikten (70), Körperverletzung (65), Diebstahlsdelikten (36), Betrug (19), Raub (15), Stalking (13) sowie Angehörige in Tötungsdelikten (9). Besonders auffällig ist die Steigerung bei den Körperverletzungen: 2014 suchten noch 45 Opfer solcher Straftaten Hilfe, 2015 waren es 65. Eine eindeutige Erklärung dafür konnte Uwe Rath, Leiter der Außenstelle Rendsburg-Eckernförde, nicht liefern. „Fest steht nur, dass diese Entwicklung im ganzen Land zu finden ist. Außerdem holen sich die Menschen eher Hilfe, wenn sie körperlich betroffen sind“, so Rath bei dem Pressegespräch. Er verwies darauf, dass es keine Auffälligkeiten durch die Ankunft der vielen Flüchtlinge gegeben habe. Weder seien sie Täter in vom Weißen Ring betreuten Fällen gewesen, noch hätten sie als Opfer Hilfe gesucht.

Rath berichtete außerdem, dass die ehrenamtlichen Helfer im vergangenen Jahr 2350 Stunden Zeit in ihre Arbeit investierten. „Wir fungieren als Lotse im Hilfenetz und begleiten die Betroffenen beginnend unmittelbar nach der Tat bis zur Gerichtsverhandlung und darüber hinaus.“ Insgesamt 39  000 Euro hat der Weiße Ring für unmittelbare Hilfe im vergangenen Jahr ausgegeben. Die Summe stammt nicht vollkommen aus Spenden aus dem Kreis, ein Teil kommt von der Bundesgeschäftsstelle in Mainz. „Verwendet wird es beispielsweise, um ein Türschloss zu erneuern, wenn einer Dame die Handtasche samt Schlüsseln geklaut wird. Oder für neue Kleidung nach einem Sexualdelikt“, sagte Rath. Entscheidend sei nicht die finanzielle, sondern die psychische Bedürftigkeit des Opfers.

Seit Beginn des Jahres haben Uwe Rath und seine Mitarbeiter bereits 56 Fälle bearbeitet. Außer der unmittelbaren Hilfe ist auch die Prävention von Straftaten ein Satzungsziel. Am Dienstag, 22. März, findet als zentrale Landesveranstaltung zum Tag der Kriminalitätsopfer ein Gedenkgottesdienst in der Rendsburger Christkirche statt. Das Motto ist „Trost und Zuversicht“, Justizministerin Anke Spoorendonk wird zu Gast sein, Bischof Gothart Magaard hält die Predigt. Beginn des Gottesdienstes ist um 18 Uhr in der Christkirche, Prinzenstraße 13.

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erstellt am 23.Feb.2016 | 10:05 Uhr

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