Rendsburg-Eckernförde : Mehr Frauen an die Maschinen

Ungenutzte Potenziale in der Arbeitswelt: Trotz Fachkräftemangel werden ältere Menschen häufig nicht eingestellt.
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Ungenutzte Potenziale in der Arbeitswelt: Trotz Fachkräftemangel werden ältere Menschen häufig nicht eingestellt.

Unternehmen müssen dem Fachkräftemangel jetzt entgegen wirken, mahnen Wirtschaftsverbände an. Im Kreis tut sich eine Lücke von 18 000 Arbeitnehmern bis 2030 auf.

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03. Juli 2014, 12:46 Uhr

Die Unternehmen im Kreis erwartet ein Donnerwetter – so beschreibt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel, Rainer Bock, die Auswirkungen des Fachkräftemangels. Bis 2030 rechnet sein Verband mit einer Lücke von etwa 18 000 hoch- und mittelqualifizierten Arbeitnehmern. Das sagte er jetzt vor rund 75 Unternehmern bei einer Veranstaltung zu diesem Thema in der ACO-Academy in Büdelsdorf. Dazu hatten die IHK, der Unternehmensverband Mittelholstein (UVM) und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises (WFG) eingeladen. Dabei ging es vor allem darum, wie die Unternehmen den Fachkräftemangel lösen können.

Nach den Zahlen der IHK trifft die Lücke den Kreis Rendsburg-Eckernförde von allen am stärksten. Allein im verarbeitenden Gewerbe fehlen bis 2030 rund 1500 Fachkräfte, in der Kfz-Branche über 3000 und im Baugewerbe mehr als 800. Bock zufolge ließe sich die Lücke bereits weitgehend schließen, wenn mehr Frauen beschäftigt werden – besonders in gewerblich-technischen Berufen. „Wenn dieses Thema mit der gleichen Verve behandelt würde, wie Frauen in Aufsichtsräten, wäre uns schon sehr geholfen. Der politische Druck ist einfach unzureichend“, sagte Bock zur Landeszeitung. „Das zeigt sich in den Ausbildungsberufen: Wir brauchen Konstruktionsmechanikerinnen und Elektronikerinnen“, so der Leiter der IHK-Zweigstelle Rendsburg beispielhaft. Sebastian Schulze vom UVM sagte: „Das sind attraktive Berufe, die nicht einmal viel Kraft erfordern oder schmutzig sind.“ Zudem versprechen sich die Wirtschaftsvertreter große Effekte von einer Verlängerung der Erwerbstätigkeit. Bei Steigerungen von acht Prozent der Arbeitnehmer zwischen Mitte 50 und 60 Jahren sowie von 15 Prozent zwischen Anfang und Mitte 60 könne die Lücke um die Hälfte geschlossen werden, hat die IHK ausgerechnet. Ein dritter Pfeiler ist die Anhebung des Bildungsniveaus, besonders bei Migranten. Rainer Bock versprach jedoch schon: „Die Ansprüche an die Bewerber werden nicht gesenkt, denn das Niveau wird vom Markt bestimmt.“ Die Firmen der Region spüren Pascal Ledune von der WFG zufolge noch keine Lücke. „Die Stellen bleiben nicht lange unbesetzt. Aber es ist feststellbar, dass die Auswahl kleiner wird.“

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