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Rendsburg-Eckernförde : Mehr Flüchtlinge: Ämter suchen Wohnraum im Kreis

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Im vergangenen Jahr kamen sieben Mal mehr Asylbewerber als noch 2006. Die Ämter sind für die Unterbringung zuständig. Auch für den Kreis steigen die Kosten.

Die Zahl der Asylbewerber und Spätaussiedler ist im Kreis Rendsburg-Eckernförde in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Aktuellen Daten zufolge sind 2013 im Kreisgebiet 338 Flüchtlinge aufgenommen worden. Ein Jahr zuvor waren es nur 220. Gegenüber 2006 ist die Zahl sogar um mehr als das Siebenfache gestiegen. Damals waren es nur 46 Flüchtlinge, die hier untergekommen sind. Heute reichen gerade einmal zwei der 20 Ämter, Städte und amtsfreien Gemeinden des Kreises aus, um so viele Menschen aufzunehmen.

Die hohe Zahl stellt die Ämter vor das Problem, die Asylbewerber unterzubringen. In den Hüttener Bergen etwa wird nach geeignetem Wohnraum gesucht. Dem Amt wurden im vergangenen Jahr 21 Asylbewerber vom Kreis zugewiesen, die nicht alle Platz im vorgesehenen Amtsgebäude in Owschlag gefunden haben. In diesem Jahr wurden sogar 28 Flüchtlinge prognostiziert. Deshalb werde nun die Anmietung von Wohnungen in Erwägung gezogen, so Nadine Harder von der Verwaltung.

Privatwohnungen sind im Amt Nortorfer Land hingegen die einzige Lösung. „Wir mieten ausschließlich an“, sagt Torsten Manthey vom Sozialamt. Auf diese Weise müssen in diesem Jahr mindestens 26 Flüchtlinge untergebracht werden. Wenn sich der Trend fortsetzt, könnten es auch mehr werden. „Im vergangenen Jahr ist die Zahl zwei Mal nach oben angepasst worden“, sagt Martin Schmedtje von der Kreisverwaltung. Mit weniger als den prognostizierten 450 Asylbewerbern für den Kreis im Jahr 2014 rechnet auf jeden Fall keiner. „Sie kommen überwiegend aus Syrien, Afghanistan, Irak, Serbien, Mazedonien und aus der Russischen Förderation“, sagt Schmedtje.

Wenn viel mehr Flüchtlinge als prognostiziert ankommen, könnte es sogar im Amt Eiderkanal zum Problem werden. „Wir sind in der glücklichen Lage, viele gemeindeeigene Wohnungen nutzen zu können“, sagt Jan Rüther, Stellvertreter des leitenden Verwaltungsbeamten. Ein zweiter Schritt wären Wohnungen der großen Vermietungsgesellschaften. „Der Gau wäre es, wenn wir Hotelzimmer anmieten müssten.“

„Die Ämter und Gemeinden sind gekniffen, weil sie kurzfristig Wohnungen organisieren müssen“, sagt Martin Schmedtje. Denn der Kreis verteilt die Asylbewerber nur weiter, wenn er die Anweisung zur Aufnahme vom Landesamt für Ausländerangelegenheiten bekommt. Es sei aber ein gutes Miteinander unter den Ämtern, die sich untereinander bei der Aufnahme helfen, wenn es Engpässe gibt. Die Kosten werden zu 70 Prozent vom Land getragen, 30 Prozent übernimmt der Kreis. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt drei Millionen Euro. Für 2014 wird mit Kosten von 3,26 Millionen Euro gerechnet, wovon der Kreis Rendsburg-Eckernförde laut Schmedtje 978 000 Euro tragen muss.

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erstellt am 08.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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