zur Navigation springen

Rendsburg-Eckernförde : Mehr als 80 000 Euro für soziale Zwecke im Kreis

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Sozial- und Gesundheitsausschuss entscheidet über zehn Zuschussanträge zum Kreis Haushalt des kommenden Jahres.

shz.de von
erstellt am 22.Nov.2015 | 16:58 Uhr

Von der Bahnhofsmission bis zu den Tafeln im Kreis – der Sozial- und Gesundheitsausschuss hat in einer langen Sitzung der finanziellen Unterstützung zahlreicher Projekte und Träger im Kreis Rendsburg-Eckernförde zugestimmt. Insgesamt entschieden die Politiker über mehr als 80  000 Euro, die im Haushalt für das Jahr 2016 berücksichtigt werden sollen.

Die größten Posten entfielen auf den Rendsburger Verein „Droge 70“, der in der Suchtprävention arbeitet. Geschlossen stimmten die Ausschussmitglieder dem Antrag der Aktivgruppe zu, die vom Kreis verwalteten Landesmittel von knapp 26  000 Euro an „Droge 70“ weiterzugeben. Ebenfalls einstimmig fiel die Entscheidung, darüber hinaus 30  000 Euro aus Kreismitteln hinzuzuschießen. Damit finanzieren Kreis und Land den größten Teil der Einnahmen von insgesamt knapp 87  000 Euro. Unter anderem beteiligen sich auch die Städte des Kreises daran. Aus der Jahresstatistik von „Droge 70“ geht hervor, dass mit den Suchtpräventionsveranstaltungen etwa für Schüler und Eltern jährlich mehr als 3600 Teilnehmer erreicht werden.

Auch die SSW-Fraktion war mit einem Antrag zugunsten der beiden Tafeln in Rendsburg und Eckernförde erfolgreich. Ohne Gegenstimme wurde der Budgetüberschuss von 12  800 Euro unter den beiden aufgeteilt: Die Rendsburger Tafel erhält 2016 einmalig 8500 Euro. Für die Eckernförder Tafel bleiben demnach 4300 Euro, weil ihr Einzugsgebiet kleiner ist. Wegen des „gestiegenen Bedarfs der sozial Bedürftigen“ haben die Tafeln einen Mehrbedarf, heißt es in dem Antrag. Unter anderem benötige der Rendsburger Verein Lagermöglichkeiten für verderbliche Lebensmittel.

Auf weniger Zustimmung stieß ein Antrag der SPD, der Gleichstellungsbeauftragten 100  000 Euro zur Verfügung zu stellen, um die Integration von Mädchen und Frauen aus Flüchtlingsfamilien zu fördern. Die Sozialdemokraten stellten sich zum Beispiel Koch- und Nähkurse, Sportangebote oder Frauencafés vor, in denen den Neuankömmlingen die Rechte der Frauen hierzulande vermittelt werden sollte. Dem Antrag stimmte jedoch nur die Hälfte der Ausschussmitglieder zu – und wurde damit abgelehnt. Das gleiche Schicksal ereilte einen weiteren SPD-Antrag über 35  000 Euro. Damit sollten Sprachkurse für Flüchtlinge finanziert werden, die zwar kein Bleiberecht haben, aber aus verschiedenen Gründen nicht abgeschoben werden. Der dritte Antrag der Sozialdemokraten hatte zumindest Erfolg. Der Praxis ohne Grenzen werden 10  000 Euro zur Verfügung gestellt. Damit wird deren Kooperation mit Beratungsstellen und Frauenärztinnen in der kostenlosen Vergabe von Verhütungsmitteln an finanziell schwache Frauen unterstützt.

Das Diakonische Werk möchte die beiden Bahnhofsmissionen in Rendsburg und in Eckernförde an das Internet anschließen, damit die ehrenamtlichen Mitarbeiter über Fahrtzeiten der Bahn informiert sind und den Kontakt mit anderen Missionsstandorten halten können. Dafür beantragte es einen Betrag von 2000 Euro – der ohne Gegenstimme genehmigt wurde. Ausschussvorsitzender Ulrich Kaminski (SPD) zeigte sich erfreut über die lebhafte Diskussion in der mehr als dreistündigen Sitzung. „Hinter jeder Zahl verbergen sich Menschen“, sagte er.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen