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Landeszeitung

13. Dezember 2017 | 22:15 Uhr

Mehr als 1000 Brände im Jahr 2014

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kreisfeuerwehrverband zieht Bilanz: Zahl der Einsätze insgesamt aber gesunken / Mitgliederentwicklung bleibt konstant

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2015 | 15:25 Uhr

So viele Feuer gab es im Kreis Rendsburg-Eckernförde wohl noch nie zuvor: Im vergangenen Jahr hat es mehr als 1000 Mal gebrannt. Das teilte der Kreisfeuerwehrverband gestern Abend bei seiner Jahresversammlung im Hohen Arsenal in Rendsburg mit. Die Zahl der Einsätze insgesamt ist jedoch zurückgegangen: Die Wehren rückten 2014 etwa 1100 Mal weniger aus als im Jahr 2013.

Seit mindestens zehn Jahren wächst die Zahl der Brandeinsätze kontinuierlich an. Nun stieg sie auf 1023 – und ist damit erstmals vierstellig. 2013 mussten die Brandbekämpfer noch zu 983 Feuern ausrücken. Vor einem Jahrzehnt lag die Zahl noch bei rund der Hälfte. Kreisbrandmeister Mathias Schütte sagte gegenüber der Landeszeitung, dass sich der Anstieg der Brände im Kreis nicht schlüssig erklären lässt. Denn zunehmende Präventionsarbeit des Verbandes und der flächendeckende Einsatz von Rauchmeldern in Privatwohnungen ließen vermuten, dass die Wahrscheinlichkeit von Feuern eher abnehme. Ein Teil des Anstiegs sei vermutlich auf die Einführung des Computerprogramms zur Feuerwehrverwaltung „Fox 112“ zurückzuführen. Weil alle 185 Wehren im Kreis Zugriff darauf haben, könnte die höhere Einsatzzahl laut Schütte auf eine verbesserte Pflege der Statistik zurückzuführen sein.

Die herausragendsten Einsätze waren aus Schüttes Sicht die Großbrände in der alten Wassermühle in Owschlag im Januar und im Rendsburger Autohaus Fräter im Februar. „Die Autowerkstatt vom Feuer zu verschonen, war für die Kameraden ein Wettlauf mit der Zeit“, sagte er rückblickend. Und zum Brand in der Mühle: „Dass ein fünfgeschossiges Haus bis unters Dach wie eine Fackel brennt, hatte ich vorher noch nicht gesehen.“

Die Gesamtzahl der Einsätze lag im vergangenen Jahr bei 3536. Dass es ein Jahr zuvor noch rund 1100 mehr waren, lag an der hohen Zahl technischer Hilfe, die die Feuerwehren während der Stürme „Christian“ und „Xaver“ geleistet haben. „Dennoch sind die Hilfeleistungseinsätze auf das zweithöchste Niveau der vergangenen zehn Jahre geklettert“, sagte Mathias Schütte. Das liege am Anstieg von Umweltschäden, etwa durch vollgelaufene Keller in der Regenperiode kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres. „Die Kameraden mussten sehr oft Wasser pumpen, auch am Heiligen Abend noch.“ Insgesamt kamen die Wehren auf 1422 technische Hilfeleistungen. „Wir stellen fest, dass Unwettereinsätze mehr werden“, sagte der Kreiswehrführer. Bei ihren Einsätzen waren die Wehrleute darüber hinaus unter anderem mit 237 Sicherheitswachen, 121 Fehlalarmen und 299 falschen Alarmen von Brandmeldeanlagen beschäftigt.

Die Daten des Verbandes zeigen auch, dass die nachbarschaftliche Löschhilfe ebenfalls seit Jahren ansteigt. 2014 haben Kameraden aus umliegenden Orten 383 Mal in einer Nachbargemeinde ausgeholfen. Das liege daran, dass tagsüber immer weniger Freiwillige in ihrem Heimatort verfügbar seien, wenn ein Feuer ausbricht. Das habe meistens berufliche Gründe. Um trotzdem komplette Löschzüge zusammenstellen zu können, werden Wehren aus der Nähe zusätzlich alarmiert. „Die Hilfsfrist von zwölf Minuten können wir überall einhalten“, sagte Schütte.

Bei ihren Einsätzen rettete die Feuerwehr 2014 insgesamt 582 Menschen. Sie hatte es jedoch auch mit 40 Toten zu tun. Die meisten davon (35) bei Verkehrsunfällen. „Das ist eine hohe psychische Belastung“, sagte Schütte. Erst am Dienstag habe es auf der Bundesstraße 203 bei Barkelsby bei einem tödlichen Unfall ein grauenhaftes Bild gegeben. Um seelische Schäden zu vermeiden, stehe den Kameraden ausgebildetes Personal zur Verfügung. Drei Menschen sind bei Bränden umgekommen. Zudem waren es Feuerwehrleute, die im November 2014 die beiden ermordeten Frauen in einer Scheune in Haale fanden.

Zufrieden zeigte sich Mathias Schütte mit der Mitgliederentwicklung. Insgesamt gibt es im Kreis 6874 Feuerwehrleute – ebenso viele wie 2013. Einen Zuwachs um 50 auf 1078 erlebte die Jugendfeuerwehr.

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