Nord-Ostsee-Kanal : Max Bögl startet Produktion – 200 neue Arbeitsplätze

Ansiedlung mit Sogwirkung? Die Firma Max Bögl am Rendsburg Port könnte weitere Unternehmen in die Region locken.
Aufbau des Firmenstandorts im Januar: Die Firma Max Bögl am Rendsburg Port könnte weitere Unternehmen in die Region locken.

Am Nord-Ostsee-Kanal werden künftig Türme für Windkraftanlagen produziert. Ein bayerisches Bauunternehmen siedelt sich in Osterrönfeld an und schafft 200 Arbeitsplätze in der Region.

shz.de von
16. Juli 2014, 12:30 Uhr

Osterrönfeld | Das Bauunternehmen Max Bögl startet die Produktion von Hybrid-Windkrafttürme in Osterrönfeld bei Rendsburg. Ministerpräsident Torsten Albig sieht durch die Ansiedelung den Windkraftstandort Schleswig-Holstein gestärkt. Er sagte am Mittwoch zum Start des Unternehmens am Nord-Ostsee-Kanal: „Ihre Entscheidung für diesen Standort zeigt: Es war richtig für Schleswig-Holstein, auf einen Schwerlasthafen am Nord-Ostsee-Kanal zu setzen und damit den Kanal um eine weitere nützliche Facette zu erweitern.“

Am Schwerlasthafen Rendsburg Port sollen zukünftig rund 200 Hybrid-Windkrafttürme jährlich produziert werden. Die Türme werden aus Stahl und Beton hergestellt und sind für alle Windkraft-Generatoren geeignet. Der Ministerpräsident würdigt die Investitionsbereitschaft des bayerischen Unternehmens und freute sich über 200 neue Arbeitsplätze: „Der Seeweg garantiert, dass Windparks weltweit beliefert werden können. Die ganze Region ist stolz darauf, dass Sie sich für den Standort am Kanal entschieden haben. Ihre Ansiedlung ist hier mit Aufbruchsstimmung verbunden“, sagte er. „Das ist nachhaltige Technik für Morgen, produziert in Schleswig-Holstein.“

Das mache aber auch deutlich: Nur wer in die Infrastruktur investiere, werde eine in die Zukunft gerichtete Wirtschaft in Deutschland halten. Das Land sei daher gut beraten gewesen, die Infrastruktur am Nord-Ostsee-Kanal mit Fördermitteln aufzubauen. „Ohne diese Voraussetzungen hätte Max Bögl sicher keine 55 Millionen Euro in die Hand genommen und sich für den Standort Osterrönfeld entschieden.“, so der Regierungschef.

Bewohner aus dem nahen Baugebiet Aspel-Nord hatten die Ansiedelung des Unternehmens kritisiert. Sie befürchten Belästigungen und Gefahren durch den Schwerlastverkehr. „Und wenn sich jemand verfährt, dann landet er mitten in unserem Wohngebiet oder auf dem Schulweg unserer Kinder“, machte Anwohner Markus Lutz seine Befürchtungen deutlich. Er fühle sich bedroht, betonte Martin Horz. „Wir bekommen starken Lkw-Verkehr rund um die Uhr.“

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