Bauprojekt : Marode Brücke wird saniert

Die Nübbeler Eiderbrücke ist Schulweg und zugleich Touristenattraktion: Doch der Überbau ist sanierungsbedürftig.
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Die Nübbeler Eiderbrücke ist Schulweg und zugleich Touristenattraktion: Doch der Überbau ist sanierungsbedürftig.

Ministerium sagt 300 000 Euro Fördermittel zu / Zuschuss bei Entwicklungsagentur beantragt

shz.de von
04. Februar 2018, 19:11 Uhr

Die Nübbeler Eiderbrücke ist Schulweg, Touristenattraktion sowie auf weiter Strecke die einzige Möglichkeit für die Nübbeler, die Eider zu überqueren. Und sie ist marode. Lange war unsicher, ob die Brücke saniert oder neu gebaut werden kann. Für die Gemeinde allein wären beide Alternativen zu teuer gewesen. Ohne Zuschüsse vom Land hätte die Brücke im schlimmsten Fall gesperrt werden müssen. Nun ist klar: Die Fördergelder vom Land sind bewilligt, wie Bernd Buchholz, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes, mitteilte. Rund 620 000 Euro soll die Sanierung des Bauwerks kosten, etwa 300 000 Euro übernimmt das Land.

Bereits im Juni 2016 schlugen die Nübbeler Bürger Alarm. Unter dem Motto „Nübbel – Ein Dorf kämpft für seine Eiderbrücke“ sammelten die Anwohner 614 Unterschriften, die sie an Reinhard Meyer, den damaligen Verkehrsminister des Landes, überreichten. Die Aktion machte Eindruck beim Land. Schon im März des vergangenen Jahres wurden der Gemeinde Fördermittel mündlich zugesagt, und jetzt ist es offiziell amtlich.

Rund 260 Mal wird die Brücke in Nübbel täglich überquert. Zum einen von etwa 130 Schülern, die in Rendsburg zur Schule gehen und mit dem Fahrrad über die Brücke schneller sind als mit dem Bus. Genauso wichtig ist die Brücke aber für den Tourismus im Dorf. So ist sie Bestandteil der Nord-Ostsee-Kanal-Route, einer touristischen Fahrradroute, die entlang des Kanals von Brunsbüttel nach Kiel führt. Ebenso gehört sie zum Eider-Treene-Sorge-Rundweg sowie der Rundtour Nummer 6 des Kreises Rendsburg-Eckernförde und ist ein Exkurs des Ochsenweges.

Erneuert wird laut Bürgermeister Rudolf Ehlers der Überbau der Brücke, die Pfeiler können weiterhin genutzt werden. Mit der Sanierung erfülle sich ein lang gehegter Wunsch der Bürger vor Ort und zugleich werde die Verkehrssicherheit deutlich erhöht, so Minister Buchholz. Bei dem Ersatz des Brückenüberbaus soll auch das niedrige Brückengeländer ausgetauscht werden. Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, wird es 1,30 Meter hoch sein und damit sicherer. Ebenfalls verändert wird die Breite zwischen den Geländern. Sie wird von 2,76 auf 2,88 Meter erweitert werden.

Neben den Bemühungen beim Land hat sich die Gemeinde zusätzlich für Mittel von der Entwicklungsagentur stark gemacht. Ehlers hofft an dieser Stelle auf gut 196 000 Euro, eine Zusage für diese Gelder gibt es aber noch nicht. Hinzu kämen wahrscheinlich noch 50 000 Euro für Wegearbeiten im Umfeld der Eiderbrücke. Sollten auch diese Gelder fließen, kalkuliert die Gemeinde mit einer Eigenbeteiligung von 174 000 Euro, die im Haushalt 2018 zurzeit volle Berücksichtigung finden. Wann genau die Sanierung starten soll, steht noch nicht fest. Am Donnerstag, 8. Februar, beruft die Verwaltung eine Grundsatzbesprechung ein, in der die Details geklärt werden sollen.


Die Vorgeschichte der Brückensanierung

Die Eiderbrücke wurde 1957/58 erbaut. Bereits 2006 waren einige Teile so marode, dass erste Sanierungsarbeiten in Auftrag gegeben werden mussten.

2016 war schließlich klar, dass eine weitere Sanierung oder ein Neubau nicht viel länger aufgeschoben werden können. Fußgänger und Radfahrer durften die Brücke zwar noch passieren, Motorrädern wurde die Zufahrt aber verwehrt.

Besonders zu schaffen machte dem Beton die hohe Chloridbelastung, wodurch keine reguläre Betoninstandsetzung in Frage kam. Zudem bestand ein unkalkulierbares Risiko, durch kleine punktförmige Korrisionsstellen in der Oberfläche.

Zu allem Überfluss war die vorhandene Betondecke nicht nur leicht zerfressen, sondern auch noch zu dünn. Auch in den Bohrkernen wurde eine Vielzahl von Rissen gefunden, die den maroden Zustand des Bauwerks untermauerten.

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