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Einkaufen in Rendsburg-Eckernförde : MarktTreff – Umfrage erforscht Bürger-Wünsche

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In Groß Vollstedt wird ein neuer Ort zum Einkaufen und Plaudern geplant. Anderswo ist man schon weiter.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2017 | 14:42 Uhr

Groß Vollstedt | Die Bürger der Gemeinde haben Post von der Uni Kiel bekommen. In einem kurzen Fragebogen sollen sich die Groß Vollstedter zu ihren Einkaufsgewohnheiten äußern. Professor Ulrich Jürgens will herausfinden, wie die Bevölkerung durch die MarktTreff-Diskussion auf das Thema reagiert. Denn: Die Gemeinde Groß Vollstedt droht zu einer Versorgungswüste zu werden. Der örtliche Kaufmann, Uwe Rohr, beklagte zurückgehende Einkaufszahlen. Durch die Neueröffnungen von Supermärkten im Teldec-Park in Nortorf sei die Lage schlimmer geworden. Als Lösung könnte ein MarktTreff dienen.

Darum möchte es Professor Jürgens ganz genau wissen. Ist den Einkäufern in Groß Vollstedt eine breite Auswahl an Lebensmitteln wichtig oder kommt es ihnen vor allem auf frische Produkte an? Oder kommen sie vielleicht sogar nur, weil es günstige Parkmöglichkeiten gibt? Auch das Gesamt-Nettoeinkommen aller Mitglieder der örtlichen Haushalte interessiert den Mann vom Geographischen Institut der Universität Kiel. 61 Fragen hat er zusammengestellt. „Etwa 450 Fragebögen sind in die Gemeinde geschickt worden“, sagte Jürgens. Auf diese Weise wollen die Mitarbeiter des Instituts herausfinden, wie wichtig den Menschen das Thema MarkTreff ist. Nach Mitte 2016 ist es bereits die zweite Umfrage, die das Institut in dem Ort durchführt.

Das MarktTreff-Konzept ist seit mehreren Jahren in Schleswig-Holstein erfolgreich. In etlichen Orten sind die Einrichtungen etabliert (siehe Infokasten). Und der neueste MarktTreff ist ein echtes Erfolgsmodell: Als KanalTreff mit Bürgerraum und angeschlossenem Imbiss sorgt er in Sehestedt für Zulauf und Umsätze. Sogar Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stattete dem Treff einen Besuch ab und ließ sich bei dieser Gelegenheit das Konzept erklären (die Landeszeitung berichtete).

Damit ein MarktTreff existieren kann, ist es wichtig, dass die Bewohner des Ortes ihn auch frequentieren – zum Einkaufen, aber auch als Treffpunkt. Beispielsweise können ein Jugendtreff und ein Bäcker oder ein Vereinsheim und ein Kaufmann gemeinsam untergebracht werden. So soll ein Synergieeffekt entstehen, der mehr Kunden anlockt und so einen Bürgertreffpunkt erzeugt. „Ich möchte den Laden bequem zu Fuß erreichen können“, lautete daher eine der Aussagen, zu denen sich die Groß Vollstedter in dem Uni-Fragebogen äußern sollen. Oder: „Ich möchte viele unterschiedliche Läden in meiner Nähe, um Waren und Preise vergleichen zu können.“ Dies könnten die Groß Vollstedter, wenn der Top-Kauf im Ort weiterhin bestehen bleibt.

Zugleich habe eine Arbeitsgruppe Gespräche mit Uwe Rohr, dem örtlichen Kaufmann sowie dem Bäcker geführt, sagt Bürgermeister Heinz Volkmann. Es sollen keine Ängste geschürt werden, dass eine Konkurrenz zu vorhandenen Geschäften entstehe. Außerdem liegt nun eine Vorabanalyse für einen MarktTreff vor, erklärt Volkmann. „Diese ist insgesamt positiv ausgefallen.“

Als nächstes will die Gemeinde zu einer Einwohnerversammlung einladen, um die neuen Erkenntnisse besprechen. Noch bis Sonnabend, 4. November, können die Fragebögen beim Topkauf, der Landbäckerei, in der Apotheke, im Landgasthof oder bei Bürgermeister Volkmann abgegeben werden.

Das Konzept der MarktTreffs in Schleswig-Holstein:

> MarktTreffs sichern Nahversorgung, fördern die dörfliche Gemeinschaft und schaffen Arbeitsplätze – alles unter einem Dach. Hier wird eingekauft. Hier treffen sich Menschen. Hier entsteht Bürgerengagement - so beschreibt sich diese Initiative.

> Bestehende im Kreis: Alt Duvenstedt, Christiansholm, Sehestedt, Todenbüttel.

> In Vorbereitung: Brekendorf, Borgstedt, Groß Vollstedt, Langwedel.

> Das Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein hat dieses Projekt erfolgreich initiiert und begleitet die Umsetzung. Es wird gefördert durch den europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER), die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) und das Land Schleswig-Holstein.
> Internet: www.markttreff-sh.de

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