Innenstadt : Markt-Verlegung – nächster Versuch

Gestern noch in der Nordmarkhalle, heute auf dem Schloßplatz: Händler Jan Sievers ist für den Umzug auf den Schiffbrückenplatz.
Gestern noch in der Nordmarkhalle, heute auf dem Schloßplatz: Händler Jan Sievers ist für den Umzug auf den Schiffbrückenplatz.

Am Donnerstag stimmt der Senat über einen zunächst auf ein Jahr befristeten Umzug vom Schloß- auf den Schiffbrückenplatz ab

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02. November 2013, 06:00 Uhr

Es geht nur um 100 Meter. So weit ist es vom Schloßplatz bis zum Schiffbrückenplatz. Doch die Verlegung des Wochenmarktes von der einen Fläche im Herzen der Stadt auf die andere wird seit nunmehr drei Jahren geprüft, beraten und diskutiert. Geprüft, beraten und diskutiert. Und immer wieder vertagt. Am kommenden Donnerstag nun startet der nächste Versuch, den Wechsel vom Schloß- auf den Schiffbrückenplatz politisch abzusegnen. Und dieses Mal erscheint der Vorschlag aus der Verwaltung durchaus realisierbar. Eine zeitlich befristete und technisch abgespeckte Lösung deutet sich an.

Der Senat, der am Donnerstag im Alten Rathaus tagen wird, stimmt über eine Variante ab, die den städtischen Haushalt mit 10 000 Euro belastet und zunächst ein Jahr getestet werden soll. Um die Marktbeschicker mit Strom zu versorgen, bekommt der Schiffbrückenplatz einen neuen Verteilerkasten. Ihn können die Händler ohne Hilfe eines Mitarbeiters der Stadtwerke anzapfen. Die Kosten für die Bereitstellung der Anlage, die auch für andere Veranstaltungen wie die Eisbahn oder den Rendsburger Herbst genutzt werden kann, betragen rund 10 000 Euro. Nach Angaben aus dem Rathaus würde diese Summe – anders als es noch gestern wegen einer fehlerhaften Formulierung in der Beschlussvorlage zu lesen war – nicht von den Marktbeschickern, sondern von der Stadt getragen werden. Geld würde die Verwaltung lediglich für die laufenden Stromkosten verlangen. Die Höhe orientiert sich an den Verbrauchswerten der Händler auf dem Schloßplatz. Dort kann dank eines besseren Verteilerkastens der Stromkonsum für jeden Marktbeschicker individuell abgelesen und abgerechnet werden. Am Schiffbrückenplatz wird das nicht möglich sein.

„Daran soll es nicht scheitern“, sagt Obst- und Gemüsehändler Jan Sievers aus Hamdorf. „Ich bin für einen Umzug auf den Schiffbrückenplatz, weil es für die ganze Stadt schöner ist.“ Der Chef von „Früchte Sievers“ ist nicht nur Mitglied im Rendsburger Wochenmarktverein. Er kennt den Schiffbrückenplatz auch schon aus Sicht eines Kaufmanns. Im Sommer betreibt er einen Obststand an der Nahtstelle zwischen der Hohen Straße und der gepflasterten Fläche. Die Resonanz sei positiv, meint Sievers: „Viele Urlauber sprechen mich an und fragen, warum es in Rendsburg keinen Wochenmarkt gibt“, berichtet der Händler. „Viele nehmen den Markt auf dem Schloßplatz einfach nicht wahr. Wer die Hohe Straße runterkommt und sich nicht auskennt, sieht ihn nicht.“

Für ihn persönlich sei der Standort Schiffbrückenplatz zwar nicht ideal, weil er dort seine Ware nicht mit einem Lkw direkt an den Stand bringen könne, so Sievers. „Durch den Umzug hätte ich mehr Arbeit. Aber das nehme ich in Kauf.“ Auch Anke Samson von RD-Marketing hofft, dass es am Donnerstag zu einer Entscheidung pro Schiffbrückenplatz kommt. „Die Menschen ticken so, dass sie den kürzesten Weg suchen. Der Wochenmarkt würde profitieren, aber auch die Innenstadt.“

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