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Maritime Spurensuche an Bord eines Frachters

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

MS „Wissenschaft“ hat im Kreishafen festgemacht / Interaktive Schau zeigt den bedrohten Lebensraum Ozean

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2016 | 15:55 Uhr

Er ist nie zur See gefahren und hat auch kein Kapitänspatent, trotzdem ist Kryzstof Luzar (27) Lotse. „Wir navigieren die Leute durch die Ausstellung“, sagt der Geografie-Student. An Bord des 102 Meter langen Frachters MS „Wissenschaft“, der im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterwegs ist, können Besucher die Schönheit und Bedrohung des Lebensraums Meer erfahren. „Man kann nur schützen, was man kennt“, sagt Luzar.

Die Ausstellung richtet sich an Besucher ab zwölf Jahren. Das Konzept ist interaktiv, die Gäste sollen mitmachen, die Ozeane so gut es geht selbst erleben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Nord- und Ostsee, spannend sind aber auch die Stationen, an denen es in die Tiefsee oder das Eismeer geht.

Die Schau ist technisch auf dem neuesten Stand. Ein Seismograf rechnet die Sprünge der Besucher in Tsunamis und Seebeben um, und im Labor erzählen echte Meeresforscher per Viedoclip von ihrer Arbeit auf See. Mit einer Virtual-Reality-Brille können Besucher sogar selbständig durch ein Korallenriff tauchen. Die optische Täuschung durch die 3-D-Simulation wirkt so echt, dass einem beim Ausprobieren durchaus schwindelig werden kann. Gezeigt wird dabei nicht nur die Schönheit, sondern auch die Verletzlichkeit der Korallenwelt. Deren größte Bedrohung sind der Klimaanstieg und das nach wie vor weit verbreitete Fischen mit Dynamit. „Unser Tauchgang ist die beste Art, sich ein Korallenriff anzuschauen“, sagt Kryzstof Luzar. Einen nachhaltigen Riff-Tourismus gebe es nicht.

Für zwei Wochen bleiben Luzar und seine vier Kollegen an Bord. Wittenberge an der Elbe ist seine letzte Station. „Dieser Job ist schon etwas einzigartiges“, sagt er. „Sobald wir ablegen, haben wir frei und genießen es, die Landschaft an uns vorbei ziehen zu sehen“, schwärmt er. An Bord hören sie auf das Wort von Kapitänin und Schiffseignerin Karin Scheubner (69) und ihrem Mann Albrecht (65). Bis vor zwei Jahren fuhren die beiden auch noch Frachtgüter. „Aber eine Schau zu fahren, ist etwas ganz anderes“, sagt Scheubner. Vor allem viel entspannter. Die Ausstellung auf der MS „Wissenschaft“ ist noch bis Mittwoch, 19 Uhr, im Kreishafen zu sehen. Der Eintritt ist frei. 

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