Marinekameradschaft eint Leidenschaft für alles Maritime

Peters
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20. Januar 2015, 11:05 Uhr

„Man muss sich nicht mögen an Bord, aber man muss sich vertrauen. Das prägt die Menschen. Die Kameradschaft, die wir auf See kennen gelernt haben, verbindet uns“, erklärt Hermann Peters das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Marinekameradschaft. Seit sechs Jahren ist Petersen Vorsitzender und berichtet stolz, dass sich die Mitgliederzahl seitdem nicht verringert hat. „Natürlich haben wir Nachwuchsprobleme – wie jeder Verein. Aber im Moment halten wir die Zahl bei 55 Mitgliedern.“

Längst ist die Kameradschaft auch offener für Interessierte. Vor 121 Jahren wurde sie ausschließlich für Männer gegründet und diese mussten auch zur See gefahren sein. Heute halten sich Männer und Frauen in der Kameradschaft die Waage, außerdem sind Seefahrer genau so willkommen wie Seefahrtsinteressierte. „Und das ist gut so“, sagt Peters. Weniger als die Hälfte der Mitglieder ist selbst zur See gefahren. Peters: „Ich denke Vereine müssen sich heutzutage öffnen, sonst sind sie zum Einschlafen verurteilt.“ Davon ist die Marinekameradschaft – trotz eines Altersdurchschnitts von über 70 Jahren – weit entfernt. Der Terminkalender für das Jahr ist prall gefüllt: Monatlich finden in der Gaststätte „Nobiskrug“ ein so genannter Bordabend (dritter Donnerstag im Monat, 19 Uhr) und ein maritimer Stammtisch zum Kartenspielen (erster Mittwoch im Monat, 18 Uhr) statt, vier kulinarische Veranstaltungen mit Mehlbüdeln, Lapskaus, Scholle und Gegrilltem stehen auf dem Programm, dazu noch Ausflüge und Feiern. Die Kameradschaft hat einen eigenen Shantychor und eine Knotengruppe, die den Umgang mit dem Tau übt.

Dabei ist es die Leidenschaft für alles Maritime, was die Kameradschaftsmitglieder eint. Gemeinsam pflegen sie bei ihren Treffen die alten Seemannstradition. Ein jeder Bordabend beginnt deshalb mit drei Doppelschlägen auf einer Glocke. Dieses so genannte Glasen gibt die Uhrzeit an. Auch die Bootsmannspfeife, mit der an Bord Kommandos verkündet wurden, kommt hier zum Einsatz. Und ein jeder Bordabend endet mit „dem schönsten Kommando, was es auf Schiffen gibt“, sagt Peters: Pfeifen und Lunten aus, Klardeck überall. Mit anderen Worten: Feierabend.

> Auf ihrer Jahreshauptversammlung ehrte Hermann Peters den Westerrönfelder Hansjürgen Möller für seine 50-jährige Mitgliedschaft. Neben Urkunde und Ehrennadel erhielt Möller auch eine Armbanduhr mit einem Mauerstein des Ehrenmals in Laboe im Zifferblatt. Möller war Mitglied einer der ersten Stammbesetzungen der Gorck Fock.

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