Konzert : Marine in Krimi-Laune

Fregattenkapitän Friedrich Szepansky leitete das Bundeswehr-Musikkorps.
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Fregattenkapitän Friedrich Szepansky leitete das Bundeswehr-Musikkorps.

Unübertroffen: Das Bundeswehr-Musikkorps unter der Leitung von Fregattenkapitän Friedrich Szepansky präsentierte ein Programm unter dem Titel „Echt kriminell“.

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28. März 2018, 10:07 Uhr

Rendsburg | Zwei Tage lang verwandelte sich die Bühne des Rendsburger Theaters in einen Tatort krimineller Machenschaften und „dunkler Gestalten“. Denn unter dem Motto „Echt kriminell“ stand das 47. Benefizkonzert mit dem Marinemusikkorps Kiel unter der Leitung von Fregattenkapitän Friedrich Szepansky. Das Lufttransportgeschwader 63 (LTG) in Hohn gestaltete am Montag und Dienstag das musikalische Spektakel im beinahe ausverkauften Theater.

Der Reinerlös des Benefizkonzertes, so kündigte Oberst Hartmut Zitzewitz in seiner Begrüßungsrede an, kommt der hiesigen Jugendfeuerwehr, der Bogenschießsparte des Schützenvereins sowie den Kliniken in Rendsburg und Eckernförde zugute.

Da Musik als solche zwar nicht kriminell ist, die gesetzwidrigen Abgründe menschlicher Natur jedoch trefflich ausdrücken kann, hatte das Musikkorps ein entsprechendes Programm zusammen gestellt. Es erklangen Werke mit ruchbaren Handlungen aus dem Bereich von Operette, die meist wohl eher den Tatbestand von kuriosen Ordnungswidrigkeiten erfüllten, bis hin zu Melodien aus beklemmenden Filmen, die Gesellschaftsstrukturen jenseits von Recht und Ordnung darstellen. So spannte sich der musikalische Bogen von Titelmelodien aus den Fernseh-Reihen „Stahlnetz“ oder „Tatort“, dem „Banditen-Galopp“ von Johann Strauss, schneidig gespielten Märschen aus Operetten wie dem „Fantinitza-Marsch“ von Franz von Suppé, kriminell schwierigen Stücken wie einem Trompetenkonzert, das Solist Dennis Borchers eindrucksvoll spielte, bis hin zur meisterhaft interpretierten Ouvertüre zur Oper „Candide“ von Leonard Bernstein, dessen 100. Geburtstag die Musikwelt dieses Jahr feiert.

Der erstaunte Zuhörer darf nicht vergessen, dass gerade die Klarinetten in einem Blasorchester die fehlenden Geigen ersetzen müssen und diese technisch oft die schwierigsten Passagen haben. Wie immer erläuterte Szepansky kenntnisreich die historischen und in diesem Fall, die „kriminellen“ Zusammenhänge der einzelnen Stücke in seiner unverwechselbaren Art.

Mit der Filmmusik aus dem „Paten“ von Nino Rota durften die Zuhörer in die Pause. Der zweite Teil stand im Zeichen von Krimikomödien. Es erklangen der Marsch aus „Police Academy“ und der Soundtrack des Bond-Streifens „Skyfall“, bei dem Jenny Viola Offen charmant im Glitzerkleid den Titelpart sang. Der harte Alcatraz-Streifen „Der Fels“ führte die Zuhörer in die Welt der Filmmusik eines Hans Zimmers, dessen unverkennbarer Stil sich hörbar an die Musik von „Fluch der Karibik“ orientiert. Dieses Stück dirigierte Andreas Siry. Und nicht zuletzt durften Schlager wie „Kriminaltango“, Ohne Krimi geht die Mimi“ und die Moritat von Mackie Messer aus der „Dreigroschenoper“ nicht fehlen – ebenso wie der Marsch „Gruß an Kiel“ als Zugabe.

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