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Hohenwestedt : Maria aus Dornröschenschlaf erwacht

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Spannung war groß: Zum ersten Mal wurde das Krippenbild in Hohenwestedt öffentlich gezeigt. Das Gemälde war vor anderthalb Jahren zufällig im Museumsarchiv entdeckt worden.

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2013 | 10:57 Uhr

Nachdem das restaurierte Krippenbild des Museumsvereins den ganzen Advents-Gottesdienst lang noch verhüllt blieb, war es am Sonntag um 19.45 Uhr so weit: Das 400 Jahre alte Barock-Gemälde wurde nach erfolgreicher Restauration erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Nach der Enthüllung ging es mindestens genauso spannend weiter: Udo Irschik stellte seinen Kurzkrimi „Boccia, Kunst und Leiche“ vor, und Restauratorin Andrea Junken deutete drei Löcher in der Bildleinwand als „Schussverletzungen“ (siehe Artikel unten).

„Ich bin froh und dankbar, dass so viele Spenden es möglich gemacht haben, dieses Bild so sorgsam zu restaurieren“, erklärte Pastor Christian Carstens beim Adventsgottesdienst in der Peter-Pauls-Kirche. Zu diesem Zeitpunkt der Predigt stand das Krippenbild, das der Geistliche vor anderthalb Jahren im Museumsarchiv entdeckt hatte, noch mit einem Laken verdeckt am Rande des Altarraums. Carstens gab einen Ausblick auf das, was für die Kirchenbesucher erstmal noch verhüllt blieb: „Oben sehen wir dann einen hellen, offenen Himmel, Licht in dieser weihnachtlichen Zeit. Da sind Engel, die loben, tanzen, und aus dem Dunkel sticht die Krippe heraus, das Kind. So viel ist hier an Hingabe, an Schönem zu sehen.“

Eine schrittweise Annäherung an die vielen schönen Details des Gemäldes passe so gar nicht zum Zeitgeist, meinte der Pastor: „Alles geht heute schnell: Da ist eine Datei, ein Bild, und wir klicken es schnell an.“ Für das Barock-Kunstwerk müsse man sich mehr Zeit lassen: „Das ist zu viel, um es sofort zu speichern oder ihm eine Überschrift zu geben. Was geschieht dort nicht alles in der Tiefe, im Detail? Was sehen wir für Posen, Gesichtsausdrücke und Farben?“

Das Krippenbild bleibt bis auf weiteres als Dauerleihgabe des Museumsvereins in der Peter-Pauls-Kirche. „Wir haben heute Abend und die nächsten Tage Zeit, auf dieses Bild der Weihnachtsgeschichte zuzugehen, Stück für Stück, kein schnelles Klicken“, schloss Carstens seine Predigt: „Dieses Bild hier vorne ist mit Hingabe zum Detail gemalt und kann uns anleiten in unserem Advent.“

Nach dem Gottesdienst verlasen Pastor Carstens und Museumsvereins-Chef Heino Redinger die Namen aller Privatpersonen, Firmen und Vereine, die für die Bildrestauration gespendet hatten. Die Gesamtsumme der Spenden (2583,83 Euro) habe der Museumsverein auf die erforderlichen 3000 Euro aufgerundet, berichtete Redinger, und dann war es um 19.45 Uhr soweit: Carstens und Redinger enthüllten das etwa 400 Jahre alte Barock-Gemälde.

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