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Landeszeitung

18. August 2017 | 02:06 Uhr

„Man muss ein bisschen mitdenken“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Schrecken lauert im Alltäglichen. „Ich will einen Roman, der sich so dicht wie möglich an die Realität anlehnt“, sagt Petra Hammesfahr. Eine Realität, die für die Zuhörer in der Buchhandlung Reichel teilweise nur schwer zu ertragen war. Junge Mädchen erpressen ihre Mitschüler, verbreiten unter ihnen Angst und Schrecken. Die Episoden sind das Vorspiel zu den Ereignissen „An einem Tag im November“ (so der Titel ihres neuen Krimis), an dem die fünfjährige Emilie Brenner spurlos verschwindet.

Als „Meisterin der psychologischen Spannung“ wird die Autorin beschrieben. Sind einige ihrer 31 Bücher harter Stoff, so legt die zierliche Frau mit den langen roten Haaren inzwischen das Augenmerk auf zwischenmenschliche Tragödien. So auch im aktuellen Fall, in dem mit Kommissar Klinkhammer ein alter Bekannter aus früheren Büchern auftaucht – ohne das man von einer Serie reden kann.

Auf die Frage nach ihren Ideen erklärt Hammesfahr: „Die Fälle finden mich. Ich kann mich gar nicht dagegen wehren.“ So gehört ein Polizist zu ihrem Freundeskreis, der das Vorbild für Klinkhammer geliefert hat. Durch befreundete Lehrer weiß sie um die Zustände an den Schulen im Raum Köln, auch die eigenen Kinder wurden mit der Jugendkriminalität konfrontiert.

Über ihren Schreibstil sagt die Autorin: „Man muss sie mögen, die Art, bei der man ein bisschen mitdenken muss.“ Es gibt mehrere Handlungsstränge, die miteinander verflochten werden. „Ich selber kenne die Geschichte von A bis Z, aber so kann ich sie nicht erzählen“. Statt dessen gestaltet sie einen Irrgarten, führt die Leser auf falsche Fährten. Das erfordert Durchhaltevermögen.

Das ist jetzt auch für die Buchhandlung Reichel angesagt. „Ich hoffe, dass wir dieses Kapitel ohne Leiche abschließen können“, erklärte Inhaber Benjamin Vohs zur Insolvenz des Betriebes. Zahlreiche Leser bewiesen am Mittwochabend durch ihr Kommen Interesse an den Angeboten.

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