zur Navigation springen

„Man“-Konzert mit klingenden Erinnerungen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Band im Bullentempel mit alten Herren und jungen Musikern / Rendsburger Vorgruppe überzeugte

„Welcome, it’s great to be here in Rendsburg”, begrüßte Martin Ace das Publikum im Bullentempel. Nur ein kleiner, kopierter Zettel auf dem großen Original-Plakat der walisischen Gruppe hatte ankündigt, welch legendäre Band am Sonnabend in der Kanalstadt auf der Bühne stehen würde: „Man“ wurde im Jahre 1968 gegründet und zu einer Marke geworden. Allerdings ist die Gruppe längst nicht mehr in der Ur-Besetzung unterwegs. Mit Martin Ace (Bass, Gesang) und Josh Ace (Gitarre, Gesang) standen Vater und Sohn auf der Bühne. Im gereiften Alter auch Phil Ryan (Keyboard, Gesang), Schlagzeuger René Robrahn dageben wesentlich jünger. James Beck (Gitarre, Gesang) komplettierte die Band.

Angefangen mit einem psychedelisch angehauchten Klangvorhang voller langgezogener Gitarren- und Hammond-Improvisationen, mit kraftvollem Gitarrensound und einfallsreichem Schlagzeug ließen die Fünf keine Chance für Pausengespräche. Unüberhörbare Gitarren- und Synthesizer-Sounds hatten die Unterhaltungen übertönt. Mit dem Auftritt von „Man“ brach am Tresen in der Bullentempel-Kneipe die Zeit der Zeichensprache an.

Laut und melodisch ideenreich ging es zu, Erinnerungen wurden wach. Klang da nicht „Riders In The Storm“ von den Doors mit an? Phil Ryan, der Profi im Jackett, ein genialer Tastenmensch, hatte sichtlich Spaß, klingende Erinnerung einzubauen. Gelegenheit gab es genug: Teils 20-minütige Stücke mit Trance-Effekt sind ein Markenzeichen von „Man“ – auch hier wieder mit dem typischem, rhythmisch strukturierten und melodischem Kraft-Gitarren- und Keyboard-Sound.

Man muss es gesehen und erlebt haben, wie viel Kraft und Frische „Man“ auf die Bühne brachte, wie sehr sich Jung und Alt ergänzten, sich immer mit wachen Blicken gegenseitig abstimmten. Hier machten ehrliche Profis Musik, hinter der sie selbst stehen. Martin Wolf aus Rendsburg, Fan der ersten Stunde, erinnert sich noch an sein erstes „Man“-Konzerterlebnis Mitte der 70-er Jahre in der Nordmarkhalle: „Die sind wieder jung, knüpfen an früher an. Das finde ich gut!“

Zu Jung vor Alt gehört auch der gelungene Einstieg von „Finn Cocheroo & the Lofi-Few“ im Vorprogramm. Die Blues- und Soul-Band um den 23-jährigen Sänger und Gitarristen Finn Kläschen aus Osterrönfeld wurde vor einem Jahr gegründet. Sie bewies mit virtuosem Gitarren-Blues-Rock vielversprechendes Gespür. In der Kieler „Muckerszene“ groß geworden, waren die Vier die ideale Vorbereitung zum Auftritt der legendären Engländer. Von „Man“ wusste man, dass sie gut sind. Von „Finn Coocheroo & the Lofi-Few“ konnte man an diesem Abend zu dem gleichen Ergebnis kommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen