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Neuer Wehrführer in Rendsburg : „Man kann nicht die ganze Wehr hinter sich haben“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Wehrführer Gerrit Hilburger im Amt bestätigt. Er setzte sich mit 56 zu 30 Stimmen gegen Sönke Brandstaedter durch.

Gerrit Hilburger bleibt an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Rendsburg. In der Jahresversammlung im Bürgerzentrum „Hohes Arsenal“ setzte er sich bei der Wahl zum Wehrführer mit 56 zu 30 Stimmen gegen seinen Herausforderer, den ehemaligen Wehrführer Sönke Brandstaedter, klar durch.

Obwohl mit der Wahl des Wehrführers und zwei Bewerbern für das Amt ein brisanter Punkt auf der Tagesordnung stand, verlief die Versammlung für viele ruhiger als vermutet. Und als nach geheimer Wahl das Ergebnis bekannt wurde, huschte nur ein leichtes Lächeln über Hilburgers Gesicht.

Er sei schon ein wenig nervös gewesen, sagte der 36-Jährige nach der Wahl. Er habe sich das Ergebnis knapper vorgestellt. Allerdings spiegele das Stimmenverhältnis in etwa das Votum des Vorstands wieder, der sich zu 70 Prozent für ihn ausgesprochen habe, sagte Hilburger. Mit dem Ergebnis zeigte er sich zufrieden. „Man kann nicht die ganze Wehr hinter sich haben“, meinte er. Es habe in den letzten Wochen wegen der beiden Bewerber für das Führungsamt eine gewisse Spannung in der Wehr gegeben, räumte er ein. Aber jetzt sei alles wieder gut.

Seine Kameraden forderte Hilburger auf, mit ihm zu reden, wenn sie mit seiner Art nicht zurecht kommen. Es sei bei allen strittigen Fragen wichtig, einen Konsens zu finden und diesen dann gemeinsam zu tragen.

Der unterlegene Sönke Brandstaedter nahm das Ergebis „sportlich“. „Die Demokratie hat gesiegt“, sagte der 50-Jährige, der bis 2009 Wehrführer war und sich in diesem Jahr erneut zur Wahl gestellt hatte. Als er das Amt vor knapp sechs Jahren abgelegt hatte, schlug er Hilburger als seinen Nachfolger vor. In der Vergangenheit hätten er und Hilburger verschiedene Ansichten vertreten, begründete Brandstaedter, der seit zwei Jahren hauptberuflicher Gerätewart der Wehr ist, seine Kandidatur.

Bürgermeister Pierre Gilgenast bestätigte den Kameraden, couragiert, engagiert und gut ausgebildet zu sein. „567 Einsätze – sie waren da, wenn man sie brauchte.“ Was den Neubau der Feuerwache betrifft, sehe er eindeutig die Notwendigtkeit, machte Gilgenast deutlich. Allerdings seien die benötigten neun bis zehn Millionen Euro eine finanzielle Herausforderung für Rendsburg. Der Bürgermeister betonte, die Stadt sei „am Thema dran“, brauche aber Zeit für die Vorbereitung. Für die neue Wache kämen nur der jetzige Standort oder der ehemalige Güterbahnhof in Frage, so Gilgenast.

Der stellvertretende Wehrführer Jens Schnittka listete in seinem Tätigkeitsbericht vom vergangenen Jahr insgesamt 567 Einsätze auf – darunter sieben Großfeuer. Der Brand des Autohauses Fräter in der Alten Kieler Landstraße mit 77 Einsatzkräften und einer Einsatzdauer von mehr als elf Stunden sei dabei die größte Herausforderung des Jahres gewesen, machte Schnittka deutlich. Weitere Großeinsätze betrafen ein Feuer auf der Mülldeponie in Böhnhusen und ein Scheunenbrand in Fockbek.











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