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Kreis Rendsburg-Eckernförde : „Man hat die Straßen vergessen“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

CDU beklagt Zustand der Landesstraßen um Nortorf und fordert von der Landesregierung höhere Investitionen.

Wer täglich mit dem Auto durch den ländlichen Norden fährt, kennt das: Schlaglöcher, wohin das Auge reicht, abgebrochene Fahrbahnränder und Risse in der Asphaltdecke. 1160 Kilometer Straße im Land sind sanierungsbedürftig. Ein trauriges Beispiel für die Situation vieler Straßen ist die Landesstraße 125, die die Stadt Nortorf mit der Gemeinde Stafstedt im Amt Jevenstedt verbindet und dabei unter anderem durch Bargstedt und Oldenhütten führt. Dr. Johann Wadephul (CDU, MdB), Hans Hinrich Neve (CDU, MdL), Manfred Christiansen (Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag) und Horst Krebs (CDU, Bürgermeister der Stadt Nortorf) trafen sich dort am Donnerstag zum Lokaltermin.

In einer kleinen Anfrage hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Hauke Göttsch Anfang August die Landesregierung um eine Stellungnahme bezüglich der geplanten Sanierungen der Straßen im Nortorfer Bereich gebeten. Neben der L 125 finden sich dort einer aktuellen Erhebung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr zufolge weitere marode Straßen wie die L49 zwischen Nortorf und Dätgen, die L48 zwischen Nortorf und Eisendorf und die L121 zwischen Nortorf und Gnutz. Die Antwort der Landesregierung steht zwar noch aus, wird jedoch täglich erwartet. „Wir gehen aber fest davon aus, dass bis 2017 keine Sanierung der angefragten Straßen geplant ist“, sagte Vitalij Baisel, Kreisgeschäftsführer der CDU Rendsburg-Eckernförde.

Auf einem rund drei Kilometer langen Teilstück zwischen Nortorf und Bargstedt ist die Fahrbahn der L 125 so stark beschädigt, dass in Abschnitten Geschwindigkeitsbegrenzungen für Pkw auf 50 und Lkw sogar 30 Stundenkilometer eingerichtet wurden. „Hier muss grundsaniert werden“, ist sich Hans Hinrich Neve sicher, und das werde vermutlich wegen des moorigen Untergrundes recht teuer, „aber wenn jetzt nicht investiert wird, wann dann?“ Auch Horst Krebs betonte die Bedeutung der L 125 für Nortorf und das Umland, „sie ist wichtig für die gesamte Infrastruktur der Region“, sei es im privaten Bereich oder für die lokale Wirtschaft.

Zwei Gründe führen die Politiker für ihre Forderung nach Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur auf Landesebene an: Zum einen sei jetzt durch höhere Steuereinnahmen Geld da, und wenn man jetzt nicht investiere, seien die Folgekosten in naher Zukunft nur umso höher. Da jetzt mehr Geld als erwartet da sei, müsse ein großer Teil davon in die maroden Straßen fließen. Schon jetzt müsste man, nur um den Status Quo zu erhalten, etwa 36 Millionen jährlich in die Straßen stecken, so Wadephul, investiert würden jedoch nur 25 Millionen. „Um die Straßen wieder auf den Stand von 1990 zu bringen, müsste man zehn Jahre lang pro Jahr 90 Millionen investieren“, unterstrich der Bundestagsabgeordnete. „Man hat in der Vergangenheit die Straßen einfach vergessen.“

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