Ausstellung : Malerische Souvenirs aus Bullerbü

Bilder einer Reise nach Schweden: Erhard Göttlicher, Nikolaus Störtenbecker und Frank Suplie (von links) zeigen gemeinsam mit weiteren Malern ihre Werke im Museum (Foto) und in der Galerie Müllers.
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Bilder einer Reise nach Schweden: Erhard Göttlicher, Nikolaus Störtenbecker und Frank Suplie (von links) zeigen gemeinsam mit weiteren Malern ihre Werke im Museum (Foto) und in der Galerie Müllers.

Schweden wie aus dem Bilderbuch: Die Gruppe „Norddeutsche Realisten“ hat eine Woche lang unter freiem Himmel in den Schären gemalt. Die Ergebnisse werden in Rendsburg gezeigt.

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09. Mai 2015, 06:00 Uhr

Sind Künstler Einzelgänger? Die Antwort liefert Nikolaus Störtenbecker. „Das Malen an sich ist ein einsamer Prozess“, weiß der Experte aus Munkbrarup. Aber dennoch sind Gruppen-Erfahrungen möglich – und auch erfolgreich. Bereits seit über 20 Jahren treffen sich die so genannten „Norddeutschen Realisten“, um bei Symposien unter freiem Himmel zu malen. Dabei entstehen auf Sylt oder in Großstädten großartige Landschaften, Stillleben, Figurenkompositionen und Porträts.

Die Ergebnisse der jüngsten Reise der „mobilen Künstlerkolonie“ sind ab heute in Rendsburg in einer Doppelausstellung zu sehen. In den Museen im Kulturzentrum und in der Galerie Müllers werden Arbeiten von zehn Mitgliedern der Gruppe gezeigt, die im Sommer des vergangenen Jahres mit ihren Staffeleien und Pinseln auf der Insel Orust an der schwedischen Westküste unterwegs waren.

„Kein Mord, kein Wallander, nur malende Norddeutsche. Das Heidekraut blüht, weite Fjorde und überall diese flachen Inselchen, die Schären, überall Stege mit Booten“, so schildert Frank Suplie das Erlebte. „Statt Krimi also Schweden wie aus dem Bilderbuch“, wie Nikolaus Störtenbecker, der Gründer der „Norddeutschen Realisten sagt. „Schweden war schon lange unser Traumziel.“

Der Wunsch, die Felsen und das Wasser, die Lichteffekte, den hohen Himmel und die roten Holzhäuser in realistischen Impressionen festzuhalten, wurde ermöglicht durch den Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft. Die „Norddeutschen Realisten“ erhielten die Auszeichnung 2013 in Anerkennung ihres weit über die Region hinaus wirkenden Schaffens. Das damit verbundene Preisgeld diente dazu, die gemeinsame Maler-Reise nach Schweden zu unternehmen und einen Katalog mit den entstandenen Bildern zu finanzieren.

Zehn Mitglieder der Gruppe bezogen den Tofta Gård, einen ehemaligen Hof, der heute ein Wanderheim und ländlicher Tagungsort ist: Neben Frank Suplie und Nikolaus Störtenbecker waren Brigitta Borchert, Frauke Gloyer, Tobias Duwe, Erhard Göttlicher, André Krigar, Lars Möller, Ulf Petermann und Till Warwas dabei. Eine Woche lang malte die Künstlergemeinschaft auf Orust. Und alle Maler waren begeistert. Vor allem eine Werft, in der alte Schiffe restauriert werden, wurde zu einem besonderen Ort für die norddeutschen Maler.

Die Faszination der Schärenlandschaft überträgt sich nun auf die Besucher der Ausstellung. „Die Bilder entwickeln beim Betrachten einen unmittelbaren Sog“, urteilt Museumsleiter Dr. Martin Westphal, der bereits zum fünften Mal eine Gemeinschaftsausstellung mit der Galerie Müllers in Szene setzt. „Man meint, den Duft des Heidekrauts zu riechen.“ Ein Bullerbü-Klischee also? „Könnte man meinen“, sagt Westphal, „wenn man die Liebe zum Detail, den Blick auf ganz bestimmte Perspektiven, das Licht und die Wolken als Klischee wertet.“ Die Beurteilung liege zwar individuell im Auge des Betrachters. Aber dennoch gibt der Museumschef ein Versprechen: „Spaß machen die in Rendsburg erstmals öffentlich gezeigten Arbeitsergebnisse der zehn nach Schweden Gereisten allemal.“

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