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Geduld gefragt : Magere Ausbeute beim Heringsangeln am Kanal

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Umfrage bei Petrijüngern: Nach dürftigem Fang zu Wochenbeginn hoffen sie auf eine erfolgreiche Saison.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2016 | 09:28 Uhr

100 Heringe hat Tobias Kröger seit dem vergangenen Donnerstag gefangen. Jeden Tag stand er mit seiner Angel am nördlichen Kanalufer westlich des Tunnels. Aber gestern, in den dreieinhalb Stunden bis zum Mittag, wollten sie, bei aller Geduld, nicht mehr so recht beißen: Gerade mal zwei der Fische konnte er bis dahin aus dem Wasser ziehen. So wie ihm ging es auch anderen. Dabei ist die Heringssaison noch in vollem Gange.

Schwärme der grün-silbrig glänzenden Fische verwandeln Förden und Flussmündungen der Ostsee derzeit in ein Anglerparadies. Und eigentlich sollten sie auch bei Rendsburg im Nord-Ostsee-Kanal, den sie ebenfalls alljährlich zum Laichen besuchen, nach wie vor reichlich zu finden sein. Schließlich dauert die Heringssaison noch bis in den Mai hinein, je nach Wassertemperatur, die der Hering zwischen sechs und sieben Grad bevorzugt. „Vielleicht haben sie schon abgelaicht und sind weitergezogen“, vermutete Kröger gestern gegen Mittag. Ernst Otto Timmermann, der ein paar Meter weiter Klappstuhl und Angel aufbaute, merkte an: „Die, die ich gestern gefangen hatte, hatten ihre Eier noch.“ Über die so „beladenen“ Fänge freut er sich am meisten, denn den Rogen isst er besonders gern.

Timmermann ist aus Burg in Dithmarschen angereist. Aus ganz Deutschland machen sich Angelfreunde mit Ankunft der Heringe auf den Weg in den Norden, um den die 20 bis 30 Zentimeter großen Schwarmfisch zum Teil eimerweise aus dem Wasser zu holen. Nach Angaben des Rostocker Thünen-Instituts fangen die Freizeitangler in den deutschen Küstengewässern der Ostsee jedes Jahr 1500 Tonnen Hering. Das entspreche rund 14 Millionen Fischen.

„Vielleicht kommt ja noch ein Schwarm“, sagt Timmermann. „Mal sehen.“ So schnell gibt ein Angler die Hoffnung nicht auf. Zumindest nicht alle. „In den letzten Tagen standen bestimmt 100 Angler am Kanal beim Fußgängertunnel“, schätzte ein weiterer Petrijünger. Gestern Mittag traf man dort auf keinen einzigen. Am Kanal bei Kröger und Timmermann standen um dieselbe Zeit noch drei weitere Kollegen.

Vielleicht liegt es an den wenig aufwändigen Ködern, die die beiden verwenden: Zwei Haken bei Kröger, lediglich mit je einer blinkenden Fischschuppe versehen? „Nein, das ist bei Heringen völlig ausreichend“, erklärt er.

Auch für den Fall, dass nicht mehr viel anbeißen sollte – Kröger und Timmermann sind mit ihren bisherigen Ergebnissen zufrieden. Essen wird Kröger seinen Fang übrigens nicht. „Hering ist nicht so meins. Ich nehme ihn als Köder für den großen Fang.“ Im Juni geht es für ihn zum Bootsangeln nach Fehmarn: Dann ist die Forelle dran.

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