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Handball, 3. Liga : Mäßige Partie vor einer Rekordkulisse

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rund 500 Zuschauer sehen Handball-Drittliga-Derby zwischen der HSG Kropp-Tetenhusen und dem TSV Owschlag.

„Das ist der Lohn dafür, dass du im Sommer in der Sporthalle trainierst und dich die anderen dafür auslachen. Vor dieser Kulisse anzutreten, entschädigt für alles. Hier hätte jeder gern gespielt.“ Als Rainer Peetz diese Worte sagte, war gerade ein Handballfest zu Ende gegangen. Kaum einer wird sich daran erinnern können, wann das letzte Mal die Kropper Geestlandhalle schon eine halbe Stunde vor dem Anpfiff bis auf den letzten Platz besetzt war und zur Entlastung auch die Stehplätze am Spielfeldrand freigegeben werden mussten. Rund 500 Fans fanden den Weg zu diesem Derby zwischen der HSG Kropp-Tetenhusen und des TSV Owschlag.

Ein Blick auf die Begeisterung, die Frauenhandball im Kreis Rendsburg-Eckernförde auslöst und es wird klar, dass es schade wäre, wenn es in absehbarer Zukunft aus sportlichen und wirtschaftlichen Zwängen nur noch eine Spielgemeinschaft beider Vereine gäbe, wie es vor allem im Rendsburger Männerhandball immer mehr zum Trend wird. Die vielen Zuschauer hätten allerdings ein handballerisch ansehnlicheres Spiel verdient gehabt. Stattdessen teilten sich die Teams die Punkte bei mageren 19:19 (9:13) Toren, sorgten dabei aber für große Spannung.

Um die in eigener Halle favorisierten Kropperinnen gleich zu Beginn ein wenig zu verwirren, tauschten die Owschlagerinnen nach der gewonnenen Platzwahl ungewohnt die Seiten und begannen die erste Abwehraktion in offener Manndeckung. Beides war Kropp offenbar egal. Zwei überragende Spielzüge über Kreisläuferin Svenja Pahl, die an den Glanzauftritt gegen Werder Bremen erinnerten, und Tore von Sarah Jörgensen, Sabrina Maier und Kristin Machau sorgten für ein schnelles 5:2. Alles schien aus Kropper Sicht nach Plan zu laufen. Dass allerdings Shooterin Machau im gesamten weiteren Spielverlauf nur noch zwei Mal, Maier gar nicht mehr und Jörgensen nur noch einmal treffen würden, war hier noch nicht abzusehen. Vielmehr war es Owschlags Franziska Peters, die nicht nur beide bisherigen Tore ihres Clubs erzielt hatte, sondern als beste Feldspielerin mit insgesamt sieben Treffern Akzente setzen sollte. Ihr drittes Tor war bereits das 5:5, ihr fünftes die 8:6-Führung für Owschlag (13.). Nach der schnellen Führung lief bei Kropp gar nichts mehr zusammen. Machau sammelte Fehlwürfe, Torhüterin Femke Lobstaedt fand nicht ins Spiel und auch der Rest suchte die Form der Startminuten. „Ich musste handeln, wollte meiner Mannschaft ein Signal geben und Owschlags Spiel stören“, rechtfertigte Kropps Trainer Thomas Carstensen, dass er Greta Stolley in Manndeckung nehmen ließ, was jedoch die Lücken in der Kropper Deckung zunächst vergrößerte. Peters und Nina Hofstetter gingen weiter eins gegen eins und ergatterten dafür Zeitstrafen und Siebenmeter. „Es hat leider nicht so gut geklappt“, gab Carstensen im Nachhinein zu. Die Kropperinnen ließen zu viele Chancen aus, sinnbildlich dafür stand Kristin Machau, die in der 20. Minute sowohl einen Strafwurf vergab als auch aus dem Spiel neben das Tor warf und dann einen Fehlpass spielte. Imke Seidel traf zwar direkt nach ihrer Einwechslung, konnte dann aber auch nicht überzeugen. „Unsere Halblinken sind deutlich unter den Möglichkeiten geblieben“, sagte Carstensen.

In der ersten Halbzeit blieb Owschlag demnach am Drücker und ging mit einem komfortablen 13:9 in die Kabine. Nach der Pause blieb es beim K(r)ampfspiel. In doppelter Überzahl nach einem Offensivfoul Machaus und einem Fußspiel Lena Schulz’ erzielte Alke Trceziok zwar noch mit ihrem einzigen Tor das 17:14 für Owschlag (47.), doch danach kämpfte auch der TSV mit den Nerven. „Unsere schwachen Abschlüsse wurden bestraft“, sagte Peetz dazu, dass Kropp mit nun besserer Abwehr und einer starken Christiane Sacher im Tor durch Lena Schulz nach Anspiel der eigewechselten Halblinken Janine Hansen das 17:17 (52.) erzielte. Doch es reihten sich die Fehlwürfe beiderseits aneinander, da passte es letztendlich, dass Kropp die Großchancen zum Sieg durch Sarah-Lena Börnsen und Sabrina Maier ausließ und auch Owschlag den letzten Wurf nicht platzieren konnte, was zur Punkteteilung führte. „Damit muss ich zufrieden sein, schließlich hätten wir auch verlieren können“, fand Carstensen. „Ich bin stolz auf mein Team, das die Spiele immer besser lesen kann. Wir hatten Kropps überragenden Spielerinnen gut im Griff und zum Glück haben wir auch nicht wie in Henstedt/Ulzburg noch kurz vor Schluss die Niederlage kassiert“, sagte Peetz. Das nächste Derby kann kommen.

HSG Kropp-Tetenhusen: Lobstaedt, Sacher – Seidel (3), Jörgensen (2), Börnsen (2), Maier (1), Ohm, Schulz (3), Krück, Pahl (3), Hansen (1), Lübker (1), Machau (3).
TSV Owschlag: Witt, Fasold – Ewert, Sievert (1), Trceziok (1), Stolley (3/2), K. Rohwer (3), H. Rohwer (2), Herklotz (1), Hofstetter (1), Stachowski, Lyke, Peters (7), Zadow.

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erstellt am 13.Okt.2014 | 06:00 Uhr

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