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Kinder begeistern : Märchenhafter Empfang in Borgstedt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Theater-AG der Grundschule begeisterte beim Treffen im „Lindenhof“. Bürgermeister Gero Neidlinger hofft auf mehr ehrenamtliches Engagement.

Eine böse Königin mit Identitätskrise, eine Hexe auf dem Fitnesstrip, Dinkelplätzchen mit Biomehl statt Lebkuchen – wenn sie nicht gestorben sind, wie würden Märchenfiguren heute leben? Die Antwort auf diese Frage gab die Theater-AG der Grundschule Borgstedt auf dem Jahresempfang der Gemeinde am Freitag im „Lindenhof“. In einer sehr unterhaltsamen Darbietung stellten die Mädchen und Jungs der 2. bis 4. Schulklasse unter der Leitung von Frauke Feldmann und Manuela Dohms Schneewittchen und Co. als moderne Mitmenschen dar, die „mit der Zeit gehen und immer auf dem neuesten Stand der Technik sind“.

Und auch die Probleme der Märchenfiguren ähneln erstaunlich denen unserer aktuellen Zeit. So ist eine Reise mit der Kutsche eine wahre Tortur angesichts maroder Straßen, unzähliger Baustellen und Staus. Das Märchenschloss verliert durch den in der Nähe gebauten Flugplatz rapide an Wert und lässt sich aufgrund des Fluglärms nur weit unter Wert veräußern. Die Gewerkschaft der sieben Zwerge klagt über schlechte Arbeitsbedingungen. So sind auch heutige Zwerge dazu gezwungen, sich nebenbei als Tänzer etwas dazu zu verdienen. Das Publikum zeigte sich von der Aufführung begeistert und forderte eine Zugabe. Für ihre Darbietung erhielten die Kinder verdienterweise frenetischen Applaus, viel Lob und Anerkennung.

Zuvor blickte Bürgermeister Gero Neidlinger in seiner Ansprache auf das vergangene Jahr zurück. So konnte durch die weitere bauliche Entwicklung in der Gemeinde eine starke Nachfrage nach Grundstücken, Häusern und Mietwohnungen festgestellt werden: „Diese bauliche Entwicklung führte dazu, dass wir die fallende Einwohnerzahl stoppen und wieder aufstocken konnten“, teilte der Bürgermeister mit. Von 1345 Einwohnern im Jahr 2011 wuchs die Zahl auf 1484 Einwohner im Januar 2014. Erfreulich solide präsentiere sich auch die aktuelle Haushaltsituation. Trotz einer Gewerbesteuerrückzahlung von 330 000 Euro konnte der Haushalt 2014 ausgeglichen gestaltet und ein Betrag von 45 000 Euro in die Rücklage eingebracht werden. „Damit bleibt Luft für weitere Investionen“, erklärte Neidlinger, zum Beispiel für die Überdachung der Terrasse und des Eingangsbereiches des „Dörpshus“, aber auch für die freiwilligen finanziellen Leistungen für die Vereine und Verbände: „Das liegt uns besonders am Herzen“.

Leider sei auch in Borgstedt festzustellen, dass es immer schwieriger werde, Mitstreiter für die ehrenamtliche Arbeit zu finden. Durch Familie, Beruf und ein individualisiertes Freizeitverhalten bleibe für das Ehrenamt kaum noch Zeit. Gleichzeitig stiegen die Ansprüche an diejenigen, die unterschiedliche Ehrenämter wahrnehmen. Immer häufiger werde eine professionelle Dienstleistung erwartet: „Dabei wird leider oft vergessen, dass diese Leistungen von Menschen erbracht werden, die ebenfalls einen Beruf, eine Familie und einen Anspruch auf Freizeit haben und trotzdem für das Gemeinwohl da sind. Deswegen mein Apell an alle in unserem Dorf: Freut euch, dass so viel für die Allgemeinheit getan wird, meckert weniger und fragt euch stattdessen, wie ihr zum guten Gelingen beitragen könnt?“, forderte Neidlinger.

Eine gute Möglichkeit, sich für die Zukunft der Gemeinde einzusetzen, biete sich in den kommenden Monaten. Im Rahmen der Workshops für die „Zukunftsstrategie Daseinsvorsorge“ des Amtes Hüttener Berge habe man alle Wünsche und Anregungen bezüglich Schule, Kita, Kultur- und Sportangebote, Gemeinwohl, die bauliche Entwicklung und Infrastruktur thematisch zusammengefasst und den Ausschüssen der Gemeindevertretung Borgstedt zugeordnet. Daraus hätten sich drei Arbeitsgruppen ergeben, an denen sich die Bürger der Gemeinde beteiligen, mitreden und vor allem mitgestalten können. Ein Informationsflyer dazu werde demnächst im Ort verteilt. „Nutzen Sie diese Gelegenheit, an der Gestaltung der Zukunft von Borgstedt aktiv mitarbeiten zu können“, lautete ein weiterer Appell Neidlingers an seine Bürger.

 

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erstellt am 10.Feb.2014 | 06:00 Uhr

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