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Premiere am Landestheater : Märchen mit Moral und Musik

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Letzter Teil der Serie zur Produktion des Weihnachtsmärchens am Landestheater: Premierenpublikum war vom „Pinocchio“-Song begeistert.

von
erstellt am 04.Nov.2015 | 06:00 Uhr

 

Theater bedeutet viel Arbeit. Damit eine Aufführung professionell auf die Bühne gestellt werden kann, ist hinter den Kulissen jede Menge zu erledigen. Die Landeszeitung hat in einer Serie einen Blick auf das geworfen, was dem Besucher in der Regel verborgen bleibt. Die Redaktion begleitete am Beispiel des Weihnachtsmärchens „Pinocchio“ die Entstehung einer Inszenierung. Gestern hieß es „Vorhang auf“ zur Premiere.

 

Auch ein Hampelmann aus Holz hat seinen Stolz!“ Die Musik ist rhythmisch, fast ein Rap. Fee, Pinocchio und Gepetto begleiten die Musik mit ungewöhnlichen Mitteln – zum Beispiel dem Schnappen eines Fahrrad-Gepäckträgers. Immer wieder lässt Darstellerin Neele Maak ihn hinabschnellen. 500 kleine Zuschauer klatschen bei der Premiere rhythmisch mit. Eindeutig: Der Song von Christoph Coburger hat Ohrwurm-Qualitäten.

 Seit September haben zwei Schauspieler und zwei Schauspielerinnen unter Regisseurin Verena Koch geprobt. Bis auf Pinocchio-Darstellerin Nicole Janze schlüpft jeder von ihnen in mehrere Rollen. Die von Ausstatterin Andrea Eisensee entworfenen Kostüme sind fantasievoll (besonders herrlich: die Esel). Die Landestheater-Schneiderei unter Gewandmeisterin Simone Fröhlich haben sie so angefertigt, dass sich beispielsweise Gregor von Holdt in Sekundenschnelle von Gepetto in den Zirkusdirektor Feuerfresser verwandeln kann. Flavio Kiener verkörpert neun Figuren .

 Ganz rasant geht das Stück über die Bühne. Da wird gehopst, gesprungen, werden Purzelbäume geschlagen. So viel Bewegung sorgt dafür, dass das Junior-Publikum meist gebannt auf den Theatersesseln sitzt. Carlo Collodis Geschichte von dem hölzernen Jungen mit der wachsenden Lügennase erschien 1883 in Italien als Fortsetzungsgeschichte in einer Zeitschrift. Heute gehören die Abenteuer zu den Klassikern der Kinderliteratur.

 Die Botschaft ist sehr eindeutig und kommt in der Landestheater-Inszenierung manchmal einwenig lehrerhaft rüber: „Kinder können nicht einfach machen, was sie wollen“, doziert die Grille. Die Sprache ist kindgerecht und modern. Die kleinen Zuschauer stört der erhobene Zeigefinger nicht. Im Gegenteil: Sie warnen Pinocchio vor Fuchs und Katze im finsteren Wald (mit wunderbare Lichtstimmungen hervorragend angedeutet) und amüsieren sich über die wachsende Nase.

 Nicole Janze ist ein hinreißender kleiner Kobold, deren abgehakte Bewegungen deutlich machen, dass Pinocchio eine Holzpuppe ist. Was am Schönsten war, ist da schwer zu sagen. Für die Kinder ist am Ende klar: „Alles war toll.“ Aber das Lied, das hat ihnen am besten gefallen.

 

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