Neues Buch : Lyns Weg in die Pflegefamilie

Bilderbuch  für große und kleine Leser: Johanna und André Schmidt aus Borgstedt haben eine Geschichte darüber geschrieben, wie ein Pflegekind in die Familie kommt.
Bilderbuch für große und kleine Leser: Johanna und André Schmidt aus Borgstedt haben eine Geschichte darüber geschrieben, wie ein Pflegekind in die Familie kommt.

Der fünfjährige Sam wünscht sich eine Schwester. Die Eltern nehmen Lyn als Pflegekind auf. Davon erzählt das Buch von Johanna und André Schmidt aus Borgstedt.

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12. November 2013, 06:00 Uhr

BORGSTEDT Kinder stellen Fragen. Die Antworten fallen den Eltern nicht immer leicht. Wenn zum Beispiel der Sohn wissen will, warum die Schwester zwei Mütter hat, ist die Erklärung schwer zu vermitteln. Johanna Schmidt gibt eine Hilfestellung. Die Sozialpädagogin aus Borgstedt hat mit ihrem Mann André ein Bilderbuch veröffentlicht, das beschreibt, wie ein Pflegekind in die Familie kommt. „Das wünsch ich sehr“ lautet der Titel der Neuerscheinung.

„Uns liegt am Herzen, dass dieses Buch mit Kindern einfühlsam und in Ruhe gelesen werden kann, um ihnen die Möglichkeit zu geben, Ängste und Fragen zu formulieren“, sagt Johanna Schmidt. Die Kleinen sollen mit ihren Emotionen nicht allein gelassen werden. Die gelernte Heilerzieherin und Mitarbeiterin im Kreisjugendamt in Rendsburg ist selber Mutter von einem leiblichen Sohn und einer Tochter zur Pflege.

Ursprünglich war der Text, der mit Illustrationen von Elif Nele Siebenpfeiffer aus Kiel in zarten Farben kindgerecht und liebevoll ins Bild gesetzt wird, im vergangenen Jahr als Weihnachtsgeschenk für die eigenen Kinder gedacht, um ihnen ihre besondere Situation zu erklären. Doch die Druckkosten für ein Einzelexemplar wären zu hoch gewesen. Außerdem ermunterten Freunde und Mitglieder im Kreispflegeelternverein das Paar, die Geschichte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Argumentation lautete: Damit könne eine Lücke gefüllt und weiteren Eltern geholfen werden, die einem Pflegekind eine Zeit lang oder auf Dauer ein Zuhause bieten möchten.

Seit drei Monaten liegt das Bilderbuch in einer Auflage von 500 Exemplaren als Veröffentlichung im Eigenverlag vor. „150 Stück haben wir schon verkauft“, freut sich Johanna Schmidt über die positiven Reaktionen von Pflegekinderdiensten in ganz Deutschland. Der fünfjährige Sam spielt die Hauptrolle in der Geschichte. Aus seiner Sicht wird erzählt, wie sich Mama und Papa entscheiden, die kleine Lyn in die Familie aufzunehmen. Von der Bewerbung über den Hausbesuch bis hin zum Pflegeelternseminar wird der Kontakt mit dem Pflegekinderdienst beschrieben.

Der Lesestoff behandelt nicht nur die schönen Momente, sondern greift auch die Zweifel und Probleme auf, die mit der Aufnahme eines Pflegekindes entstehen können. Denn die Familie kann sich früher oder später mit der Situation konfrontiert sehen, dass das Pflegekind wieder zurück in die Herkunftsfamilie geht. Gerade Geschwisterkinder können es nur schwer verstehen, dass ein liebgewonnener Spielkamerad sie verlässt.

In dem Bilderbuch werden beide Möglichkeiten angesprochen. Am Schluss gibt es zwei Enden, die optisch voneinander auf halbseitig getrennten Papierbögen gedruckt sind: „Lyn bleibt bei uns“, heißt die erste Variante. „Lyn geht zurück“, lautet die zweite Version. Doch egal, wie die Geschichte auch ausgeht, ein Zitat gilt in beiden Fällen und steht als Motto am Beginn des Buches: „Ich wünsch mir sehr, dass immer einer bei euch wär, der lacht und spricht: Ich habe dich lieb!“.

> „Das wünsch ich sehr – Ein Pflegekind kommt in die Familie“. Das Buch kann im Internet unter der Adresse www.pflegekinderbuch.de bestellt werden.

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