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Luftwaffe setzt in Brekendorf auf effektivere Radartechnik aus Frankreich

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2015 | 14:42 Uhr

Am Auftrag des „Abgesetzten Technischen Zuges 245“ auf dem Lehnsberg in Brekendorf hat sich nichts geändert – doch die Technik ist viel effektiver geworden. Gestern ist mit viel Bundeswehr-Prominenz und einem französischen Gast eine neue Radaranlage eingeweiht worden.

Von Brekendorf aus wird der Luftraum über Norddeutschland, der Nord- und Ostsee sowie über Dänemark überwacht. Das Radar erfasst alle Flugzeuge in einem Radius von 450 Kilometern. „Das sind ständig mehrere hundert Luftfahrzeuge gleichzeitig“, sagte der Zugführer, Leutnant René Budde. Dadurch entstehen große Datenmengen zur Auswertung. Deshalb lässt die Luftwaffe alle zehn Radarstandorte in Deutschland mit Digitaltechnik ausstatten. Nach mehrmonatigem Umbau hat sie auf dem Lehnsberg im Februar eine neue Phaser-Array-Antenne in Betrieb genommen. Die wurde nun eingeweiht.

Zu Gast war auch Pascale Carrère von der Lieferfirma „Thales Raytheon Systems“ aus Frankreich. Sie wurde von Oberst Hermann Hornung in ihrer Muttersprache begrüßt. Der Offizier aus der Zentrale Luftoperation in Uedem am Niederrhein versicherte ihr, dass die Luftwaffe gute Erfahrungen mit der Zuverlässigkeit der französischen Radarsysteme gemacht habe – schließlich sei das Vorgängermodell jahrzehntelang in Brekendorf im Einsatz gewesen. Der Oberst unterstrich die „essenzielle Bedeutung“ des Brekendorfer Radars für die „gesamtstaatliche Sicherheit“. Er verriet, dass die Luftwaffe kürzlich ein Abkommen mit der dänischen Armee geschlossen hat: Die Brekendorfer teilen sich die Luftraumüberwachung mit einer ähnlichen Station in Veijle kurz hinter der Grenze. Wenn eine Anlage abgeschaltet ist, läuft die jeweils andere – die Daten werden ausgetauscht.

Der Kommandeur des Einsatzführungsbereichs 2, Oberstleutnant Lars Hoffmann, und der Projektleiter beim zuständigen Auftraggeber-Bundesamt, der Technische Regierungsdirektor Ulrich Pongs, führten die Besucher durch die Anlage. Die neue Antenne ist viel kleiner als das Vorgängermodell. Deshalb misst die Kuppel, das Radom, nicht mehr zwölf Meter im Durchmesser, sondern nur noch sieben. Sie ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Ihr höchster Punkt liegt 60 Meter über dem Meeresspiegel.

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