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Lokal-Patrioten Wetter-Apps Abschreck-Anlage

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Im Grunde unseres Herzens sind wir ja alle Lokalpatrioten. Anke Samson von RD-Marketing muss es sogar von Berufs wegen sein, und deswegen wird ihr wohl niemand verübeln, wenn sie den Rendsburger Herbst als zweitgrößtes Stadtfest in Schleswig-Holstein bezeichnet. Nur die Kieler Woche läuft uns laut Samson den Rang ab. Aber das ist ja wohl kein Wunder: Gegen die Möglichkeiten einer 240  000-Einwohner-Metropole kann eine Stadt mit 27  000 Bürgern nicht mithalten. Da ist es nur klug, sich mit dem hervorragenden zweiten Platz zufriedenzugeben. Putzigerweise denkt man genau das auch in anderen Städten. So sind die Flensburger davon überzeugt, dass ihre Rum-Regatta selbstverständlich Schleswig-Holsteins zweitgrößtes Volksfest nach der Kieler Woche ist. Und dreimal dürfen Sie raten, liebe Leserinnen und Leser, wie die Neumünsteraner ihre Holstenköste bewerten? Und da sind wir wieder am Anfang der Geschichte. Auch wir Journalisten sind bisweilen Lokalpatrioten. Deswegen verspüren wir keinen Funken Ehrgeiz, der wahren Reihenfolge in der Hitliste der Volksfeste auf den Grund zu geben. Es lebe der Rendsburger Herbst!

Wie wird das Wetter während des Rendsburger Herbstes? Die verschiedenen Handy-Apps zeichneten zum Wochenauftakt ein höchst unterschiedliches Bild. Die eine sagte Regen voraus, die andere einen Sonne-Regen-Mix, die nächste Sonnenschein pur. Anke Samson von RD-Marketing entschied sich spontan dafür, der positivsten Prognose zu glauben. Es geht doch nichts über einen gesunden Optimismus. Das Glück steht ja fast immer auf der Seite der Tüchtigen, und so war es nur gerecht, dass wir gestern den ersten Rendsburger-Herbst-Tag im strahlenden Sonnenschein erlebten. Das freute auch den Ministerpräsidenten. Doch ausgerechnet als Albig das Wort ergriff, fielen ein paar Wassertropfen vom Himmel. Aber ein Politiker weiß natürlich, wie er ein solches Ärgernis ins Positive dreht. Albig sagte: „Das ist kein Regen, da sprüht nur jemand mit der Wasserpistole.“

Aus der Ferne sehen die neuen Blitzanlagen an der Rader Hochbrücke wie etwas zu schlank geratene dänische Kaminöfen aus. Doch die Harmlosigkeit täuscht. Wer an ihnen zu schnell vorbeirauscht, wird künftig kräftig zur Kasse gebeten werden. Ab Mitte September will das Land die auf beiden Seiten der Brücke montierten Blitzer scharf schalten. In Kiel betont man, dass man in erster Linie abschrecken und nicht abkassieren wolle. Das gelingt übrigens schon jetzt. In Fahrtrichtung Süden haben wir gestern beobachtet, wie Autofahrer auffallend langsam an den Blitzern vorbeigeschlichen sind.

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erstellt am 28.Aug.2015 | 19:21 Uhr

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