Logistiksparte verlässt Nortorf

OK Media zieht nach Hohenwestedt / Künftig wird in den ehemaligen Lego-Betriebshallen verpackt und verschickt

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24. April 2012, 07:08 Uhr

Nortorf/Hohenwestedt | Die Logistiksparte der "OK Media"-Gruppe verlässt Nortorf. Zukünftig wird das Unternehmen, das bereits seit 1999 schrittweise die Produktion von CDs und DVDs nach Boizenburg ausgelagert hatte, die Logistik in den ehemaligen "Lego"-Betriebshallen in Hohenwestedt ansiedeln. "Der Mietvertrag gilt ab dem 1. Mai, im Herbst soll der Umzug beendet sein", erklärte "OK Media"-Geschäftsführer Detlef Ermacora auf Anfrage der Landeszeitung.

Die 40 in Nortorf beschäftigten Mitarbeiter und zahlreiche Aushilfen sollen dann im rund 15 Kilometer entfernten Hohenwestedt ihren Arbeitsplatz vorfinden. "Die Belegschaft hat die Entscheidung sehr erleichtert aufgenommen", berichtete Ermacora. "Sie sehen nach dem langen Schwebezustand Licht am Horizont, kritische Stimmen gab es zum Umzug nach Hohenwestedt nicht." Auf dem ehemaligen "Lego"-Betriebsgelände wird "OK Media" bis auf die bereits vermieteten Gebäude alle Lagerhallen und Bürogebäude belegen. "Der Druck der Kunden überholt uns. In Hohenwestedt steht uns zukünftig dreimal mehr Platz als in Nortorf zur Verfügung", begründete Ermacora den Umzug. "Hohenwestedt ist mit den bestehenden Gebäuden für uns ideal."

Zusätzlich zum Mietvertrag sicherte sich "OK Media" eine Kaufoption für das ehemalige "Lego"-Gelände - diese kommt allerdings nur zum Tragen, wenn der Großteil des Nortorfer Betriebsgeländes verkauft wird. Die dort stehenden Lager- und ehemaligen Produktionshallen sollen abgerissen werden, um Platz für ein Nahversorgungszentrum mit Aldi-, Edeka- und einem Drogeriemarkt sowie 230 Parkplätzen zu schaffen (wir berichteten). Momentan läuft die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Nachdem im Februar die Bürger beteiligt worden waren, wird von der Verwaltung zurzeit die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans vorbereitet.

In Nortorf hatte man gehofft, den Logistikbereich von "OK Media" am Mittelpunkt halten zu können. Die Stadt hatte dem Unternehmen deshalb eine Fläche im Gewerbegebiet "Gnutzer Straße" angeboten. "Wir haben dieses Areal genauso geprüft wie das ,Autohof-Gelände’ in Dätgen und eine Fläche in Neumünster", sagte Ermacora. "Letztendlich fiel die Option Neubau aber aufgrund der Kosten und des dringenden Platzbedarfes aus." Bei der Stadt Nortorf reagierte man enttäuscht auf die neue Entwicklung. "Das ist keine Entscheidung gegen den Standort Nortorf, sondern wirtschaftlich begründet", sagte Bürgermeister Horst Krebs. Man bedauere, dass "OK Media" sich Stück für Stück aus Nortorf zurückziehe. Verärgert sei man, weil sich das Unternehmen nach dem Angebot des Grundstückes in der Gnutzer Straße nicht mehr gemeldet habe. "Es ist einfach kein guter Stil, wenn man von den Medien erfährt, dass längst eine Entscheidung gefallen ist." Positiv sei hingegen die Nachricht, dass die Verwaltung der "OK Media"-Gruppe zunächst in Nortorf bleibe. "Das ist der letzte Strohhalm von Teldec/OK Media in Nortorf."

Tatsächlich sollen die mehr als 40 Mitarbeiter der Unternehmensverwaltung und der direkten Kundenbetreuung am Mittelpunkt verbleiben. Ermacora wollte sich nicht dazu äußern, ob das eine Entscheidung von Dauer sei: "Wir planen mittlerweile nur noch in Zwei-Jahres-Rhythmen. Fakt ist momentan: Die Verwaltung bleibt in Nortorf."

Überrascht reagierte Hohenwestedts Bürgermeister Holger Bütecke auf die Umzugs-Nachricht. Er sei hellauf begeistert, so Bütecke: "Das Lego-Gebäude war das letzte im Ort, das noch nicht wieder genutzt wurde. Wenn jetzt neues Leben einkehrt, kann das für die Gemeinde nur gut sein."

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