Diskussion : Lösung für Feuerwache in Sicht

Das Wunschgelände liegt neben dem Berufsbildungszentrum am Nord-Ostsee-Kanal (hinten). Nachteil: Der Speicher links steht im Weg, ist aber denkmalgeschützt.
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Das Wunschgelände liegt neben dem Berufsbildungszentrum am Nord-Ostsee-Kanal (hinten). Nachteil: Der Speicher links steht im Weg, ist aber denkmalgeschützt.

Mitglieder des Bauausschusses befürworten Neubau auf Bundeswehrgelände gegenüber dem Kreishaus

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21. Januar 2018, 10:12 Uhr

Erstmals seit zehn Jahren deutet sich eine Lösung für die Raumnot der Rendsburger Feuerwehr an. Sie sollte nach Ansicht von Bauausschussmitgliedern auf das Bundeswehrgelände an der Herrenstraße, Ecke Kaiserstraße gegenüber dem Kreishaus umziehen. „Das Grundstück wäre die ideale Lösung“, sagte auch Wehrführer Gerrit Hilburger.

Die alte Feuerwache liegt nur etwa 200 Meter von dem Wunsch-Areal entfernt, ist aber marode und beengt. Wie berichtet, fordert die Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse (HFUK Nord) seit zehn Jahren, die Mängel zu beheben und setzte der Stadt jüngst das Ultimatum, bis 30. Mai ein Konzept vorzulegen.

Zur Diskussion stand während der Ausschusssitzung am Donnerstag auch eine Erweiterung am Standort, zwischen der St.-Martin-Kirche und dem Berufsbildungszentrum am Nord-Ostsee-Kanal. Anja Ilgenstein (CDU) sprach sich aus Kostengründen für diese Variante aus: „Wir hätten alle gern eine Superklasse-Feuerwehr. Wir können uns aber nur eine Mittelklasse-Feuerwehr leisten.“ Hilburger äußerte sich jedoch skeptisch. „Der Wunsch der Feuerwehr ist es, eine langlebige Lösung zu finden und nicht ein Mischmasch aus Alt und Neu.“ Zudem dauern die Bauarbeiten mindestens ein Jahr, erläuterte Frank Thomsen, Fachbereichsleiter Bau- und Umwelt. Ausschussvorsitzender Marc-Olaf Begemann warnte vor der Belastung der Einsatzkräfte während dieser Zeit. „Ich weiß nicht, wie die Feuerwehr das leisten soll.“ Die Investitionsbank und die HFUK lehnen die Variante jedoch ab, erstere wegen der hohen Betriebskosten der alten Gebäude, letztere aufgrund fehlender Erweiterungsmöglichkeiten.

Beide Einrichtungen bevorzugen einen Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs hinter der Nordmarkhalle, berichtete Thomsen. Dort hätte die Feuerwehr genug Platz, um sich in Zukunft zu erweitern. Hilburger warnte jedoch, dass das Ausrücken von dem Gelände aus ein bis zwei Minuten länger als bisher dauern würde. „Das große Problem am Güterbahnhof ist das Nadelöhr Dresdner Brücke.“ Zudem führt der Weg in die Innenstadt dann durch den engen Jungfernstieg.

Andreas Vollstedt (SSW) und Lothar Möhding (SPD) sprachen sich wegen der Ausrückzeiten gegen einen Neubau am Güterbahnhof aus. Klaus Schaffner (Grüne) und Möhding erteilten auch dem alten Standort Absagen. „Die Unfallkasse lehnte es ab, also muss man darüber gar nicht diskutieren“, betonte Schaffner. Nachteile des Bundeswehrgeländes: Die Stadt müsste es für 130 000 Euro kaufen. Die Feuerwehr darf die Zufahrt nicht nutzen. Daneben steht ein denkmalgeschützter Getreidespeicher, der sich als Lager aber nicht eignet. Immerhin ließe sich ein großes Regenrückhaltebecken verkleinern.

Von einem Gefahrenabwehrzentrum auf dem Gelände träumt Armin Rösener (Grüne), der in den Bauausschüssen der Stadt und des Kreises sitzt. Es könnte die Feuerwehr, den Löschzug Gefahrgut, den Katastrophenschutz und die feuerwehrtechnische Zentrale beherbergen. Nach der Kommunalwahl will Rösener das Thema anstoßen. Seine Idee: Der Kreis baut, die Stadt mietet. Der Rendsburger Bauausschuss soll sich am 27. Februar zunächst für einen Standort entscheiden.

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