100 Jahre Eisenbahn-Hochbrücke : Lichtkunst für das Rendsburger Wahrzeichen

So könnte es aussehen: Licht nach Wahl, von der Schwebefähre auf die andere Seite transportiert. Animation: Till Nowak
1 von 3
So könnte es aussehen: Licht nach Wahl, von der Schwebefähre auf die andere Seite transportiert. Animation: Till Nowak

Die Eisenbahn-Hochbrücke wird im nächsten Jahr 100 Jahre. Zum Jubiläum ist ein einzigartiges Licht-Projekt geplant, das die Brücke und die Schwebefähre in LED-Licht taucht.

shz.de von
04. Oktober 2012, 08:05 Uhr

Rendsburg | Die Stimmung zwischen den Kommunen in der Region ist vielleicht nicht immer optimal. Doch es gibt ein Symbol der Zusammengehörigkeit, mit dem sich alle identifizieren - die Hochbrücke mit der einmaligen Schwebefähre. Das markante, geschwungene M prangt in teilweise liebevoll gestalteten Nachbauten an vielen Häuserfronten in Westerrönfeld, Osterrönfeld, Schacht-Audorf, Fockbek, Büdelsdorf und Rendsburg. Dieses verbindende Element für den gesamten Lebensraum wird im nächsten Jahr 100 Jahre alt. Die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten laufen auf vollen Touren. Es gibt viele Ideen - und eine davon könnte dazu beitragen, das Symbol der Region im wörtlichen Sinne ins rechte Licht zu rücken. "Unser Ziel ist es, die Brücke zu ihrem Geburtstag im September zu beleuchten", erklärt Susanne Mau, die im Rendsburger Rathaus das Brückenjubiläum koordiniert.
Der Hamburger Künstler Till Nowak, der schon den Neumünsteraner Wasserturm in Licht tauchte, hat ein einzigartiges Konzept vorgelegt. Teil eins: Die Schwebefähre wird mit einem LED-Strahler ausgestattet. Fährt sie von einer Kanalseite auf die andere, trägt sie das Licht, das auf die Unterseite der Brücke gerichtet ist, mit sich. Auf beiden Seiten des Kanals wird eine robuste Stele mit einem Rad aufgestellt - Nutzer der Fähre können dort die gewünschte Farbe für "ihre" Fahrt einstellen, das jeweils die Hälfte der Brücke anstrahlt. Das Lichtkunstwerk wird so zum Mitmachobjekt für die Menschen am Kanal. Nicht computergesteuert, sondern per Hand. Die Farbwahl funktioniert übrigens auch während der Stehzeiten der Fähre. Dann werden die Hauptpfeiler von Land aus beleuchtet - und auf beiden Seiten besteht die Möglichkeit, Farben nach Wahl einzustellen. So entsteht immer ein lebendiger Farbdialog zwischen den beiden Ufern. "Wir glauben, dass dieses einzigartige Projekt eine touristische Attraktion und gleichzeitig verbindend für die ganze Region sein kann", sagt Susanne Mau.
Laufende Kosten noch nicht gedeckt
Die einmaligen Installationskosten belaufen sich auf bis zu 200.000 Euro - Geld, das größtenteils über öffentliche Förderung aufgebracht werden soll. So sind beispielsweise Anträge an die Entwicklungsagentur (ehemals GEP) und die Aktiv-Region gestellt worden.
Noch nicht gedeckt sind die laufenden Kosten. Im Rendsburger Rathaus blickt man auf die nächsten zehn Jahre - so lange soll die Brücke mindestens beleuchtet werden. "Wir rechnen mit jährlichen Kosten von rund 6000 Euro", erklärt Susanne Mau, "das ist vergleichsweise günstig, weil moderne LED-Technik eingesetzt werden soll."
Auf der Suche nach einer Finanzierung werden zurzeit Sponsoren angesprochen, die sich finanziell engagieren. Susanne Mau könnte sich allerdings auch vorstellen, dass sich auch Bürger für die Erleuchtung ihres Wahrzeichens einbringen. In der "Brücken-Region" leben mehr als 60.000 Menschen. Wenn nur jeder Zehnte einen Euro pro Jahr spendet, wären die laufenden Kosten schon gedeckt. Und ein weiterer Schritt für eine gemeinsame Identität wäre es zudem.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen