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Konversion in Rendsburg : Lichtblick im Tal der Langsamkeit

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Flensburger Projektentwickler plant ein Wohnprojekt in drei denkmalgeschützten Ex-Kasernengebäuden.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2017 | 14:06 Uhr

Bei der äußerst schleppenden Umwandlung der ehemaligen Eiderkaserne in das zukünftige Wohngebiet Neuwerk-West zeichnet sich ein Lichtblick ab. Eine Gruppe aus drei Privatpersonen hat sich im Rahmen der Ausschreibung der Stadt Rendsburg um die beiden Marställe und das benachbarte Lagergebäude beworben. Das in der Form eines Hufeisens angeordnete Ensemble liegt zwischen dem sogenannten Eiderschlösschen und der alten Reithalle neben dem Helene-Lange-Gymnasium (siehe Luftbild). Zusammen mit einem Projektentwickler aus Flensburg wollen die Investoren ein Wohnprojekt auf die Beine stellen, bei dem die Initiatoren die Umsetzung selbst realisieren – ohne Bauträger.

„Die Gruppe hat dadurch die Möglichkeit, eigene Vorstellungen in Bezug auf die Gestaltung der eigenen Wohnung, des Hauses, des Wohnumfeldes und vor allem des gemeinschaftlichen Zusammenlebens vollumfänglich umzusetzen“, sagt Anders Fonager Christensen vom Unternehmen „ProKultur Projekt Service“. Das schaffe eine hohe Identifikation mit dem eigenen Haus, der Hausgemeinschaft und dem gesamten Quartier, so der Projektentwickler aus Flensburg.

Das architektonische Konzept sieht vor, die beiden Marställe in etwa 15 bis 18 Reihenhäuser und Wohnungen umzubauen. Alle Belange des Denkmalschutzes müssen beachtet werden. Auch die großen Bäume auf dem Grundstück dürfen nicht gefällt werden. Die Wohneinheiten werden über den gemeinsamen Hof zwischen den Gebäuden erschlossen, an dessen Rand Pkw-Stellplätze geplant sind. „Der Hauptteil des Geländes bleibt aber autofrei, damit sich hier sowohl private Gärten als auch ein gemeinschaftlicher Freibereich entwickeln können, eventuell mit einem kleinen Gemeinschaftshaus“, erklärt Christensen.

Das ehemalige Lagergebäude an der Unterseite des Hufeisens soll für „nicht-störende“ (Christensen) gewerbliche Nutzung umgebaut und saniert werden, seine Haupterschließung liegt an der Elefantenstraße. Vor allem dieses Objekt ist in einem „sehr schlechten Bauunterhaltungszustand“, wie es im offiziellen Exposé der Stadt heißt. Die drei Gebäude, die alle über jeweils zwei Geschosse verfügen, stammen aus den Jahren 1904 und 1905. Sie wurden entweder als Kleiderkammer oder für die Unterbringung von Pferden genutzt. Die nutzbare Grundfläche aller Gebäuderiegel beträgt alles in allem 5020 Quadratmeter.

Bis zum 31. Juli 2018 hat die Gruppe aus dem nördlichen Landesteil Zeit, weitere Teilhaber zu finden. So lange wird die Stadt mit keinem Dritten über die Gebäude in Verhandlung treten (Anhandgabe). Nach Auskunft von Bauamtsleiter Frank Thomsen hat „ProKultur“ fristgerecht ein verbindliches Kaufangebot abgegeben sowie ein schlüssiges Nutzungs- und Sanierungskonzept vorgelegt. Auch erste Abstimmungsgespräche mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises seien bereits geführt worden. „Die Gruppe muss noch anwachsen“, sagt Projektentwickler Christensen, der guter Hoffnung ist, das Ziel bis Mitte kommenden Jahres zu erreichen. „15 bis 18 Wohneinheiten sind für Rendsburg eine gute Größe.“

Eine erste öffentliche Präsentation zu dem Wohnprojekt „Alte Marställe“ ist vorgesehen für Sonnabend, 6. Mai, um 13.30 Uhr. Veranstaltungsort ist der Musiksaal der Volkshochschule im Niederen Arsenal in Rendsburg. Neben den bisher feststehenden Investoren werden auch Vertreter von „ProKultur Projekt Service“ aus Flensburg und des Kieler Architekturbüros „BSP Architekten BDA“ vor Ort sein.

Weitere Informationen im Internet unter:

www.pro-kultur.info

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